Klöster Eifel-Ahr

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Andernach - Karmeliterkloster

GEO:50.453939, 7.298445

Karmeliterkloster, Andernach

Die wenigen Ruinenreste des ehemaligen Karmelitenklosters befinden sich in der Nähe der Wolfsschlucht bei Tönisstein an einem steilen Abhang. Eine Legende berichtet, 1388 habe ein Hirte eine helle Erscheinung mit einer Pieta in einem brennenden Dornbusch gesehen. Zwei Jahre später, 1390, errichtete man an der Stelle der Erscheinung eine Kapelle, die der Muttergottes, dem hl. Antonius und dem hl. Wendelinus geweiht wurde. Immer mehr Wallfahrer und Bittsteller pilgerten zu dieser Kapelle, die von 1477 bis 1498 zu einem Karmeliterkloster erweitert wurde. Auch eine einschiffige Klosterkirche gehörte dazu. Zahlreiche gut dotierte Stiftungen ermöglichten in den späteren Jahrhunderten einen weiteren Ausbau zu einer barocken Anlage.
Seit 1620 wurde Tönisstein Kurort, den im 17. und 18. Jahrhundert die Kölner Kurfürsten bevorzugt als Badeort nutzten. Diese Präferenz war nicht neu. Münzenfunde an den Brunnen verweisen auf Badefreuden bereits in römischer Zeit. Von den ehemals zweigeschossigen Gebäuden sind bis heute nur noch ganz geringe Reste übrig geblieben. Im Rahmen der Säkularisation wurde 1802 das Kloster aufgelöst. Es verfiel in den folgenden Jahrzehnten.
In der katholischen Pfarrkirche St. Lubentius in Kehl befindet sich ein 85 cm hohes gotisches Vesperbild, das aus Tonistein stammt.

Empfohlene Zitierweise

Brauksiepe, Bernd: Andernach - Karmeliterkloster. In: Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz, URL: <http:⁄⁄www.klosterlexikon-rlp.de/eifel-ahr/andernach-karmeliterkloster.html> (Letzter Aufruf: 13.12.18)