Klöster Eifel-Ahr

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Andernach - Servitinnenkloster

Ehemaliges Servitinnenkloster, Andernach

Das letzte der zahlreichen Klöster in Andernach ist im Dezember 2005 abgerissen worden. Die Einrichtung war eine Gründung des 17. Jahrhunderts und gehörte bis zur französischen Revolution der Gemeinschaft der Mägde der hl. Jungfrau Maria.

1635 berief der Magistrat der Stadt drei Servitinnen aus dem nahen Linz zur Unterweisung bürgerlicher Töchter nach Andernach. Die Schwestern gehörten einem Orden an, der 1223 von sieben Florentiner Bürgern nach den Vorschriften des hl. Augustinus als Gemeinschaft der Serviten gegründet wurde.

1636 ermöglichte der Trierer Erzbischof Philipp Christoph von Sötern den Ausbau einer Niederlassung in der Kirchstraße, die 1646 vollendet wurde. 1654 begann der Bau einer Klosterkirche "Virginum Servitarum", deren Einweihung zwei Jahre später erfolgte. Dank ihrer pädagogischen Engagements, vornehmlich in der Erziehung von Mädchen, stießen die "geistlichen Jungfrawen Ordinis Servitarum Beatae Mariae virginis" bei der Bevölkerung auf große Akzeptanz. Folgerichtig erhielten die Schwestern, wegen ihrer dunklen Kleidung auch „schwarzen Nonnen“ genannt, schon bald vom Margistrat die Erlaubnis, zur Fortführung ihres Baus Almosen zu sammeln. Am 9. Juni 1681 wurde der Grundstein zu den teilweise bis 2005 erhaltenen Konventsgebäuden gelegt.

Mit dem Einzug französischer Truppen in Andernach kam auch für die Schwestern das Ende. Der Konvent wurde aufgehoben. Im Zuge der Säkularisation wurden zwischen 1803 und 1810 die Ländereien an Privatleute versteigert. Sie ermöglichten 1867 den Ankauf des Anwesens durch Franziskanerinnen von Waldbreitbach. Am 1. April 1965 schloss das Kloster.

Im Dezember 2005 wurde das Gebäude des ehemaligen Klosters abgerissen. Ausgrabungen auf dem Areal der Servitinnen ergaben, dass sich das Gelände im Westteil des römischen Kastells befunden hatte. Die Fundamente des klösterlichen Baus standen auf den Mauerresten eines römischen Bades, das unmittelbar am Schnittpunkt der wichtigsten antiken Straßen freigelegt wurde. Nach Mitteilung des damaligen Grabungsleiters, Dr. Dr. Axel von Berg, datieren diese Siedlungsreste in das 2. bis 4. Jh. n. Ch. und belegen eine kontinuierliche Besiedelung des Ortes seit antiker Zeit.

 

Empfohlene Zitierweise

Brauksiepe, Bernd: Andernach - Servitinnenkloster. In: Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz, URL: <http:⁄⁄www.klosterlexikon-rlp.de/eifel-ahr/andernach-servitinnenkloster.html> (Letzter Aufruf: 13.12.18)