Klöster Eifel-Ahr

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GEO:50.206476,6.425579

Ehemalige Benediktinerabtei, heute Pfarrkirche St. Salvator in Prüm

Basilika St. Salvator

Gestiftet wurde das Kloster von der adelige Witwe Bertrada, die 721 den Besitz an der Prüm Echternacher Mönchen übereignete. Der zum Frankenkönig avancierte Pippin der Jüngere, mit der gleichnamigen Enkelin der Gründerin verheiratet, gründete 30 Jahre später erneut das Kloster und berief Benediktiner aus der Abtei St. Faron/Meaux. 799 soll die erste Salvator-Kirche nach Überlieferung in Anwesenheit Karls des Großen durch Papst Leo III. geweiht worden sein. Prüm wurde durch zahlreiche Schenkungen und Privilegien ungewöhnlich reich. Nach normannischen Überfällen führte Abt Regino (892-899) die Abtei zu weiterer Blüte. Dokumentiert wurde dies auch im Prümer Urbar, in dem der weit verzweigte Besitz in der Eifel, an Rhône, Loire und Main, in Holland und im Münsterland verzeichnet wurde. Die Abtei entwickelte sich zu einer Stätte von Wissenschaft und Kunst. Prüm gründete schon früh Niederlassungen (u. a. Kesseling/Ahr, St. Goar, Altrip/Speyer) sowie ein Frauenkloster in Niederprüm (1160). Prüm wurde von 1222 bis 1576 Fürstabtei mit Sitz und Stimme im Reichstag.

Mit dem 12. Jahrhundert kündigten sich erste Zeichen von Verfall und wirtschaftlichem Niedergang an. Auch die zunehmende Attraktivität der Reformorden machte Prüm zu schaffen. In dieser Situation suchte Trier, die Abtei in ein Bistum umzuwandeln, um es sich dann zu unterstellen. Zunächst misslang dies. Erst Jakob von Eltz (1567-1581) erreichte 1576 die Zustimmung von Papst und Kaiser zur Einverleibung des Fürstentums Prüm, das danach als kurtrierisches Oberamt fungierte.

Nach 1719 veranlasste der Erzbischof einen Kirchenneubau durch Hofbaumeister Hans Georg Judas. Nach dessen Tod 1726 beendete der Franziskaner Paul Kurz (Brauneberg/Filzen) den Bau.  Das Abteigebäude, das 1748 von Andreas Seitz begonnen wurde, plante der bedeutende Barockmeister Balthasar Neumann. 1794 eroberten die Franzosen Prüm, 1802 wurde die Abtei aufgehoben.

Bei der heutigen Pfarrkirche handelt es sich um eine fast karge, schnörkellose Basilika der Barockzeit, deren Inneres in der Raumwirkung eher an gotische Bauformen denken lässt. 

Empfohlene Zitierweise

Brauksiepe, Bernd: Prüm - St. Salvator. In: Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz, URL: <http:⁄⁄www.klosterlexikon-rlp.de/eifel-ahr/pruem-st-salvator.html> (Letzter Aufruf: 13.12.18)