Klöster am Mittelrhein

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Koblenz - Karmeliterkloster Allerheiligen

GEO:50.35985,7.602238

Karmeliterkloster Allerheiligen (Koblenz)

Karmeliterkirche - Zerstörung 2. Weltkrieg

Im Jahre 1654 kamen die ersten Karmeliter aus dem Kloster Neuburg an der Donau nach Koblenz. Sie gehörten dem von Theresia von Avila und Johannes vom Kreuz gegründeten strengen Reformzweig des Ordens an, dessen Angehörige auch als „Unbeschuhte Karmeliten“ bezeichnet werden („Ordo Fratrum Carmelitarum Discalceatorum“). Die ersten Mönche lebten in einem Haus nahe der Deutschherrenkirche, bis sie 1658 mit der Unterstützung des Erzbischofs Karl Kaspar von der Leyen (1652-1676) mit dem Bau einer eigenen Kirche im Bereich von Firmung und Rheintor beginnen konnten. 1687 war der Bau vollendet.

1802 wurde das Kloster aufgelöst, nacheinander beherbergte es ein Gefängnis, ein Magazin und eine Schrotgießerei, die 1849 einen Brand im Kirchenturm verursachte. Dies war für den preußischen König Friedrich Wilhelm IV. Anlass zum Eingreifen. Im Jahre 1852 verfügte er die Einrichtung einer Simultan-Garnisonkirche, die 1853 der katholischen Militärgemeinde zugewiesen wurde.

Die Kirche wurde im 2. Weltkrieg zerstört, ihre Überreste 1954 gesprengt. Es handelte sich um einen einschiffigen Gewölbebau mit Seitenkapellen, Querschiff, viereckigem Chor und einem mehrstöckigen östlichen Querbau. Lediglich der Westabschluss zeigte als Schauseite eine reiche Gliederung, die in drei Stockwerke geteilt war. In drei Nischen stand jeweils eine Steinfigur des hl. Joseph, der hl. Theresia und des hl. Johannes vom Kreuz. Der Turm war in drei Gesimse geteilt und trug auf einer welschen Haube mit Dachgauben eine Laterne mit Zwiebeltürmchen.
Zur Innenausstattung (Altäre, Kanzel, Gemälde) siehe Fritz Michel, Die kirchlichen Denkmäler der Stadt Koblenz, S. 287.

Empfohlene Zitierweise

Schmid, Reinhard: Koblenz - Karmeliterkloster Allerheiligen. In: Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz, URL: <http:⁄⁄www.klosterlexikon-rlp.de/mittelrhein-lahn-taunus/koblenz-karmeliterkloster-allerheiligen.html> (Letzter Aufruf: 14.12.18)