Klöster Mosel-Saar

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St. Maximin

St. Maximin - Südwestansicht Abteikirche

St. Maximin gilt manchem älteste Abtei im deutschsprachigen Raum. Ob zu Recht, ist nicht ganz sicher, da sich die Anfänge des Klosters nicht umfassend erhellen lassen. Soweit man sehen kann reichen sie auf eine christliche Basilika zurück, die im 4. Jahrhundert auf einem antiken Gräberfeld errichtet worden ist. Ab wann man von einem Kloster im eigentlichen Sinne sprechen kann, ist allerdings umstritten, Ansätze schwanken zwischen dem 6. und den beiden letzten Dritteln des 7. Jahrhunderts.

Enge Beziehungen zu den Karolingern verhalfen St. Maximin früh zu einem wirtschaftlichen Aufschwung und führten dazu, dass das ursprüngliche Bischofskloster in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts unmittelbar dem Königtum unterstellt wurde.

882 von den Normannen zerstört und wenig später wiederaufgebaut, erlebte die Abtei im 10. Jahrhundert eine Blütezeit. Von den ottonischen Herrschern tatkräftig unterstützt, wurde sie zu einem herausragenden Mittelpunkt monastischen Lebens im Reich und erwies sich, quasi als Gegenleistung, als verlässliche Stütze königlicher Politik.

Nach Rückschlägen in salischer Zeit, die mit erheblichen Besitzverlusten verbunden waren, erfolgte 1139 ein noch tiefgreifenderer Einschnitt: St. Maximin wurde von König Konrad III. an Erzbischof Albero von Trier übertragen und verlor somit seine Reichsfreiheit, die es trotz aller späteren Bemühungen nicht mehr wiederzuerlangen vermochte.

Die weitere Entwicklung der Abtei verlief zunächst wenig ereignisreich. Nicht anders als in vielen anderen Benediktinerklöstern, lässt sich auch in St. Maximin zwischenzeitlich ein gewisser Niedergang des geistlichen und kulturellen Lebens beobachten. Umfangreiche Reformen brachten im 15. Jahrhundert einen neuerlichen Aufschwung, der allerdings schon im frühen 16. Jahrhundert nachhaltig gestört wurde. Mehrfach geriet St. Maximin nun in den Sog von Krieg und Verwüstung, erstmals im Rahmen des Pfälzischen Ritteraufstands (1522) und zuletzt 1674, als französische Truppen das Kloster nahezu vollständig zerstörten. Dem Wiederaufbau folgte im 18. Jahrhundert eine Phase wachsender innerer Spannungen, die den Fortbestand der Abtei zwischenzeitlich gefährdeten. Aufgelöst wurde sie indessen erst, als 1802 die meisten geistlichen Institutionen in den inzwischen französisch gewordenen linksrheinischen Gebieten säkularisiert wurden.

Pläne, die ehemaligen Klostergebäude in Werkstätten und eine Handwerkerschule umzugestalten, gelangten kaum über das Planungsstadium hinaus. In preußischer Zeit wurde St. Maximin, das bis 1945 fast durchgängig als Kaserne genutzt wurde, zahlreichen baulichen Veränderungen unterzogen. Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges ist, sieht man von einigen Resten ab, heute nur noch die einstige Abteikirche erhalten geblieben. Sie wurde zwischen 1976 und 1995 umfassend renoviert und dient inzwischen als Sporthalle und Veranstaltungsraum und kann zusammen mit dem unter ihr liegenden antiken Gräberfeld nach vorheriger Anmeldung besichtigt werden.

Empfohlene Zitierweise

König, Christian: Trier - St. Maximin. In: Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz, URL: <http:⁄⁄www.klosterlexikon-rlp.de/mosel-saar/trier-st-maximin.html>

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