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Bingen - Kapuzinerkloster St. Laurentius

Standort

GEO:49.967909334702995,7.896718382835388

Kapuzinerkloster St. Laurentius

St. Laurentius

Die Kapuziner von Nothgottes im Rheingau erhielten am 27. August 1637 vom Mainzer Domkapitel die Erlaubnis, in Bingen ein Haus zu erwerben, um im Notfall hierhin ausweichen zu können. Hier, neben dem Stadttor, durch welches die nach Mainz ziehende Straße verlief, durften sie auf Bitten des Rates der Stadt Bingen im Jahre 1640 sogar einen förmlichen Konvent einrichten. Die Kirche, die von Norden nach Süden ausgerichtet ist, entstand in den Jahren nach 1655 und wurde 1658 dem hl. Laurentius geweiht. 1689 wurden Kirche und Kloster im Zuge des Pfälzischen Erbfolgekrieges zerstört, der Wiederaufbau erfolgte bis 1698. Die Innenausstattung der Kirche wurde durch einen Brand während des 2. Weltkrieges zerstört.
1746 wurde, einer Tradition des Kapuzinerordens entsprechend, eine Loreto-Kapelle im Westen angebaut, die gleichzeitig als Grabkapelle der oberitalienischen Kaufmannsfamilie Manera diente, welche im 18. Jahrhundert an den Rhein gezogen war. Im Zuge der Säkularisation wurde das Kloster 1802 aufgehoben, seine Gebäude als Spital und Warenlager genutzt. Während die Kirche 1823 renoviert und wieder dem Gottesdienst zugeführt wurde, hat man die Klostergebäude 1902 beseitigt. An ihrer Stelle wurde das städtische Krankenhaus errichtet. Die Kirche erhielt 1884 einen Turm mit drei Glocken und wurde nach Zerstörungen 1944, der die alte Innenausstattung zum Opfer fiel, im Inneren verändert wiederhergestellt. Besonders auffallend nun ein großes goldenes Kreuz aus der Abtei St. Hildegard (Eibingen) in der Chornische. In der Schauseite an der Straße eine Nische mit einer steinernen Muttergottesfigur aus der Zeit um 1700.

Empfohlene Zitierweise

Schmid, Reinhard: Bingen - Kapuzinerkloster St. Laurentius. In: Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz, URL: <http:⁄⁄www.klosterlexikon-rlp.de/rheinhessen/bingen-kapuzinerkloster-st-laurentius.html> (Letzter Aufruf: 19.08.17)