Klöster in Rheinhessen

Zur Übersichtskarte der Region

Franziskaner

Das Oppenheimer Franziskanerkloster, dessen Kirche St. Bartholomäus heute noch unterhalb des Marktplatzes von Oppenheim steht, soll angeblich schon im Jahre 1211 von König Otto IV. gegründet worden sein. Allerdings gibt es hierzu keinerlei urkundliche Nachweise, weshalb es wahrscheinlicher erscheint, eine dauerhafte Niederlassung der Franziskaner erst für das 14. Jahrhundert anzunehmen. 1469 erhielten die Mönche eine Modifizierung ihrer Regelvorschriften, möglicherweise, um zuvor eingetretenen Verweltlichungstendenzen entgegenzutreten.

Die Einführung der Reformation brachte dann das vorübergehende Ende des Klosters. Nachdem die Mönche dieses schon 1561 verlassen hatten, wurde es 1568 durch Kurfürst Friedrich III. von der Pfalz aufgehoben. In den Gebäuden wurde eine Lateinschule eingerichtet.

Während des Dreißigjährigen Krieges war es den Franziskaner zunächst nur für kurze Zeit möglich, nach Oppenheim zurückzukehren, doch ermöglichte ihnen der pfälzische Kurfürst Philipp Wilhelm aus der katholischen Linie Pfalz-Neuburg (1685-1690) kurze Zeit später wieder eine dauerhafte Niederlassung. Ihre Kirche diente gleichzeitig als Pfarrkirche der Oppenheimer Katholiken. Nachdem im Jahre 1738 hier noch 17 Franziskanermönche gelebt hatten, bedeutete die Säkularisation auch das Ende dieser Niederlassung. Die einstige Klosterkirche wurde zur katholischen Pfarrkirche; von den Klostergebäuden, die sich wie der Kreuzgang einst an die Südwand der Kirche angeschlossen hatten, haben sich heute nur noch geringe Reste erhalten.

Empfohlene Zitierweise

Schmid, Reinhard: Oppenheim - Franziskaner. In: Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz, URL: <http:⁄⁄www.klosterlexikon-rlp.de/rheinhessen/oppenheim-franziskaner.html> (Letzter Aufruf: 28.06.17)