Klöster in Rheinhessen

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Historischer Standort

GEO:49.859032,8.355306

Maria Cron

Ehem. Kloster Mariacron[Bild: Horst F. Freudenberger]

Das Zisterzienserinnenkloster Maria Cron lag an der Straße nach Nierstein und Mainz vor dem Seilertor, außerhalb der Stadtmauer von Oppenheim und unterhalb der Steinbrüche. Angeblich wurde es schon im Jahre 814 unter Ludwig d. Frommen als Benediktinerinnenkloster gegründet, doch ist es erst seit 1265 als Tochtergründung des Klosters Eberbach im Rheingau und somit als Zisterzienserinnenkloster belegt. Der Name Mariacron erscheint erstmals in einer Urkunde von 1280. Die Äbtissinnen des Klosters - als erste wird Agnes von Flörsheim 1382 namentlich genannt - waren hoch angesehen. Maria Cron war vor allem Versorgungsstätte für die Töchter der Oppenheimer Burgmannen und verfügte dementsprechend über umfangreiche Besitzungen.
Die gotische, der heiligen Anna geweihten Kirche wurde in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts erbaut und war zunächst nur ein langgestreckter Rechtecksaal, der wenig später durch einen etwas höher gelegenen Anbau erweitert wurde. In der Kirche standen mehrere vom Adel der Umgebung fundierte Altäre, auf welche die betreffenden Familien auch noch im 16. Jahrhundert das Präsentationsrecht ausübten.
Trotz des Widerstandes der Äbtissin Agnes von Dienheim wurde das Kloster Maria Cron im Zuge der Reformation durch Kurfürst Friedrich III. im Jahre 1565 aufgehoben und zunächst in ein weltliches adliges Damenstift umgewandelt, in welchem die bisherigen Insassinnen weiterhin lebten. Nach dem Tod der letzten Verwalterin Margarete von Katzenelnbogen im Jahr 1585 wurde der bisherige Schaffner Melchior Meyel mit der Verwaltung der ehemaligen Klostergebäude  beauftragt.
Nachdem die Gebäude des ehemalige Klosters, die Kaiser Ferdinand II. 1636 den Mainzer Jesuiten übergab, schon 1631 im Zusammenhang des Dreißigjährigen Krieges stark zerstört worden waren, fielen sie dem großen Stadtbrand von 1689 größtenteils zum Opfer. 1782 befand sich hier eine Gastwirtschaft, später wurde es als Unterkunft für Steinbrucharbeiter genutzt. Ende des 18. Jahrhunderts waren Außenmauern und Maßwerkfenster der Kirche noch erhalten. Die letzten Gebäudereste fielen der Weinbrennerei "Mariacron" zum Opfer, die 1894 gegründet wurde und für die zahlreiche Um- und Erweiterungsbauten vorgenommen wurden. Nachdem hier der Betrieb eingestellt worden war, wurde der gesamte Bereich 2007/2008 zu einer Wohnanlage umgebaut.

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Empfohlene Zitierweise

Schmid, Reinhard: Oppenheim - Maria Cron. In: Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz, URL: <http:⁄⁄www.klosterlexikon-rlp.de/rheinhessen/oppenheim-maria-cron.html> (Letzter Aufruf: 25.05.17)