Klöster in Rheinhessen

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Geschichtlicher Überblick

Die erste urkundliche Erwähnung einer Templerniederlassung in Mühlheim, einem Weiler bei Osthofen, findet sich 1269. In der Literatur bis in neuere Zeit erwähnte frühere Erwähnungen, die auf 1215 bzw. 1226 datiert werden, beruhen nach den Forschungen B. Schnabels auf einer Verwechslung mit der der Kommende See bei Kirchheim/Weinstr. bzw. sind nicht zu belegen. Die Niederlassung gehörte zur Ballei Franconia, Ordensprovinz Alemania et Slavia[Anm. 1]. In diesem Jahr bezeugte der Meister des Templerordens gemeinsam mit Domdekan und Domkapitel von Worms, dem Abt von Hornbach sowie Dekan und Kapitel des Mainzer Liebfrauenstiftes, dem Ritter Eberhard genannt Erenburg und seinem Sohn Konrad, die Osthofen mit Mühlheim als leiningisches Lehen besaßen, 450 Heller gezahlt zu haben, damit er die Rechte der genannten Personen - neben den Templern auch das Wormser Domkapitel, der Abt des Klosters Hornbach, Dekan und Kapitel des Mainzer Liebfrauenstiftes, sowie die Nonnen von Mühlheim und Bewohner von Osthofen - nicht beeinträchtigt.
Dem Orden wurde 1272 durch den Wormser Bischof Eberhard mit Zustimmung der bisherigen Vogteiherren Emich IV. und Friedrich III. von Leiningen sowie Ritter Eberhard von Erenburch (Erenburg) das in Mühlheim bestehende Frauenkloster inkorporiert; dazu gehörten Eigentum und Verwaltung der Klostergüter sowie die Besetzung der Stellen; den Frauen hatten sie Nahrung und Unterhalt zu gewähren.
Im Jahr 1280 erfolgte eine weitere Erwähnung der Niederlassung im Zusammenhang mit der Gewährung des sog. Wegschnitts (siehe bei Besitz).
Nach Wagner/Schneider kann nicht festgestellt werden, wie lange der Ordenssitz noch existiert habe; es sei „wahrscheinlich später an die Wormser Commende“ übergegangen[Anm. 2]. B. Schnabel geht für den Zeitraum von 1367 bis 1379 davon aus, dass die Niederlassung „nur noch ein Membrum der Johanniterkommende in Worms“ gewesen sei[Anm. 3].

In Mühlheim lebten wahrscheinlich nur ein Priester und ein Laienbruder.

Anmerkungen:

  1. Vgl. B. Schnabel, Mühlheim, S. 113 Zurück
  2. Wagner-Schneider, Wüstungen, S. 287 Zurück
  3. Schnabel, Mühlheim, S. 113 Zurück

Empfohlene Zitierweise

Martina Rommel: Osthofen/Mühlheim - Templer. In: Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz, URL: <http:⁄⁄www.klosterlexikon-rlp.de/rheinhessen/osthofenmuehlheim-templer.html> (Letzter Aufruf: 14.12.18)