Klöster in Rheinhessen

Zur Übersichtskarte der Region

Worms - Maria Münster

Historischer Standort

GEO:49.622506,8.357279

Maria Münster

Im Jahr 1016 ist erstmals ein monasterium sante marie urkundlich belegt. Es handelte sich um ein bischöfliches Eigenkloster mit stiftischer Verfassung. Existiert hat es allerdings bereits vorher. Ob es sich um ein Benediktinerinnenkloster gehandelt hat, ist fraglich. Gerade bei den frühmittelaterlichen Frauengemeinschaften war der Übergang zwischen Stift und Kloster oft fließend. Die Frage nach dem Gründer kann wegen der schlechten Quellenlage für die frühe Zeit des Klosters nicht mehr geklärt werden.

Im 13.Jh. erwies sich eine innere Reform der Gemeinschaft als notwendig. Gefordert wurde die Übernahme einer Regel. Papst Gregor IX (1227/1241) bestätigte am 20. September 1236 Bischof Landolf von Hoheneck, der der Onkel der damals amtierenden Äbtissin war, seinen Reformplan und beauftragte ihn mit der Einführung der Zisterzienserregel. 1244 erfolgte durch das Generalkapitel des Zisterzienserordens der formale Anschluss Mariamünsters an diesen Orden, es wurde dem Abt von Eberbach unterstellt.
Das Kloster lag zunächst außerhalb des Mauerrings in der später so bezeichneten „Speyerer Vorstadt“ im Süden von Worms. 1264 wurde Mariamünster in die Ummauerung der südlichen Vorstadt einbezogen, behielt aber dennoch weiterhin die Umschreibung extra muros, vor den Mauern. Der Mauerbau als solcher sorgte in der Stadt für Empörung, ein Teil der Mauern wurde wieder eingerissen.

1802 wurde das Kloster aufgehoben.
Die Wohngebäude des Klosters wurden in der Folge als Hospital, dann als Kaserne genutzt, in den 1840er Jahren begegnen Reste der Klostergebäude als Pulvermagazin. Später wurde das Gebiet von den Heyl’schen Lederwerken genutzt.

Empfohlene Zitierweise

Rommel, Martina: Worms - Maria Münster. In: Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz, URL: <http:⁄⁄www.klosterlexikon-rlp.de/rheinhessen/worms-maria-muenster.html> (Letzter Aufruf: 24.05.17)