Klöster Eifel-Ahr

Zur Übersicht

Andernach - Minoritenkloster St. Nikolaus

GEO:50.439385,7.403098

Hinweise

Führungen

Rundgang durch die Altstadt mit Kirchen: Liebfrauenkirche („Hauptbeispiel der Spätgotik am unteren Mittelrhein“), Christuskirche, Hospitalkapelle sowie Kloster Namedy im gleichnamigen Ortsteil, Besuch der erzbischöflichen Burg.


Ehemalige Minoritenklosterkirche St. Nikolaus, Andernach

Christuskirche - Außenansicht[Bild: Maus-Trauden]
Christuskirche - Innenraum[Bild: Michael Imhof Verlag]

Wenige Jahre nach dem Tod des Ordensstifters Franz von Assisi haben sich wohl noch vor 1246 die ersten Franziskaner in Andernach niedergelassen. Urkunden belegen wenig später die Stiftung eines Klosters durch das damals einflussreiche Geschlecht derer von Virneburg. Bei Bürgerschaft und Adel war die Gründung bald in und um Andernach hoch angesehen. Über den Baubeginn der gotischen Kirche und des Kloster gibt es unterschiedliche Annahmen. Einem päpstlichen Ablassbrief ist wohl der Beginn der Arbeiten um 1247 zu entnehmen, die wahrscheinlich in mehreren Abschnitten durchgeführt und um die Mitte des 15. Jahrhunderts beendet worden sind.
Trotz ihrer unregelmäßigen Zweischiffigkeit verfügt die Kirche über einen einheitlichen und Licht durchfluteten Kirchenraum. Sechs Joche gliedern das Hauptschiff, das in einen gleichbreiten dreijochigen Chor übergeht. Das Seitenschiff schließt sich an der Südseite an und ist halb so breit wie das Hauptschiff. Über der Mauerzone erheben sich hohe, feingliedrige Fenster mit reichem Maßwerk. Sie verdeutlichen wirkungsvoll die Einstellung der Bettelorden: ihr Streben nach Einfachheit. Kreuzrippengewölbe prägen Haupt- und Seitenschiff wie den Chor. Die Wappen von Kölner Erzbischöfen und Stifterfamilien schmücken Gewölbefelder und -schlusssteine.
Um 1600 war der Orden von inhaltlichem Niedergang gekennzeichnet. Darunter litt zunehmend die Seelsorge. Daraufhin ließ 1615 der Kölner Erzbischof Ferdinand die letzten vier im Kloster lebenden Konventualen abberufen und durch die nach strengerer Regel lebenden Franziskaner-Observanten ersetzen.
Die von ihnen erneuerten Klosterbauten wurden 1633 von schwedischen Truppen bei der Plünderung Andernachs während des Dreißigjährigen Krieges zerstört, erst 1709 erfolgte der Wiederaufbau. Das Kloster St. Nikolaus wurde 1802 im Zuge der Säkularisation aufgelöst. Der preußische König Friedrich Wilhelm IV. übergab 1854 Kirche und Klostergelände der protestantischen Kirchengemeinde, diese nannte die Kirche dann Christuskirche.

Empfohlene Zitierweise

Brauksiepe, Bernd: Andernach - Minoritenkloster St. Nikolaus. In: Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz, URL: <http:⁄⁄www.klosterlexikon-rlp.de/eifel-ahr/andernach-minoritenkloster-st-nikolaus.html> (Letzter Aufruf: 13.12.18)