Klöster am Mittelrhein

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Kloster Hirzenach

St. Bartholomäus - Außenansicht[Bild: Thomas G. Tempel]

Der Zeitpunkt der Klostergründung des Klosters Hirzenach ist unsicher; die Tradition des Mutterklosters Siegburg geht davon aus, dass eine Schenkung Heinrichs IV. die Grundlage gewesen sei. Jedenfalls begannen um 1110 die Mönche von Siegburg mit der Einrichtung der Zelle Hirzenach.
Sie unterstand in disziplinarischer Hinsicht dem Abt des Klosters Siegburg. Ihm stand das Recht zu, Novizen aufzunehmen oder abzuweisen, er konnte Vermögen der Zelle erwerben, veräußern oder vertauschen. Im 13. Jahrhundert kam es zu einer wirtschaftliche Krise und dem Zerfall klösterlicher Disziplin.
Ab dem 15. Jahrhundert war die Entwicklung Hirzenachs abhängig von der wirtschaftlichen Entwicklung der Mutterabtei Siegburg. Über die Lage des Klosters für die Zeit bis zum 18. Jahrhundert ist nur wenig bekannt. Das Gut in Drais wurde 1670 durch die Abtei Sieburg an die Mainzer Jesuiten verkauft. Im 18. Jahrhundert war die wirtschaftliche Lage wahrscheinlich gut, doch musste sparsam gewirtschaftet werden.
Im Jahr 1802 wurde das Kloster säkularisiert.

Die Hirzenacher Propsteikirche entstand im ersten Viertel des 12. Jahrhunderts; noch vor 1114 wurde sie geweiht. Der Bau orientierte sich an der 1069 erbauten Klosterkirche von Siegburg. Die mittelalterliche Gestaltung wurde 1969 wieder freigelegt und restauriert.

Empfohlene Zitierweise

Rommel, Martina: Boppard-Hirzenach - Kloster Hirzenach. In: Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz, URL: <http:⁄⁄www.klosterlexikon-rlp.de/mittelrhein-lahn-taunus/boppard-hirzenach-kloster-hirzenach.html> (Letzter Aufruf: 14.12.18)