Klöster am Mittelrhein

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Touristische Informationen

Das Kloster - Die Kirche

Die spätgotische Kirche, ein dreijochiger Saalbau mit eingezogenem Längschor, beeindruckt durch den reichen Schmuck der Konsolen und der Schlusssteine des Gewölbes sowie durch die Anfang der 1970er Jahre wiederentdeckten, spätgotischen Wand- und Gewölbemalereien, die zu den schönsten am Mittelrhein zählen.

Der Hochaltar mit farbigen Holzreliefs aus den 1520er Jahren (die allerdings erst später zusammengefasst wurden) zählt zusammen mit einer spätgotischen Madonna mit Kind und Weintraube, die auch unter dem Namen „Unsere liebe Frau vom Werth“ bekannt ist, zu den herausragenden Stücken der Ausstattung

Außerdem ist ein Grabstein des Mainzer Domvikars und Förderers von Niederwerth, Hermann Hellingk, zu nennen, der aus der Werkstatt Heinrich Backoffens (ca. 1470-1519) stammt, einem der bedeutendsten Bildhauer der Region Mittelrhein am Übergang von der Spätgotik zur Frührenaissance.

Im früheren Innenhof westlich der Kirche sind Grabplatten der Zisterzienserinnen aufgestellt. Nördlich der Kirche sind drei Joche des Kreuzgangs erhalten geblieben.

Der Ort - Die Insel

Niederwerth ist die einzige deutsche Binneninsel mit eigener Dorfgemeinde. Diese umfasst auch die Nachbarinsel Graswerth, die als Naturschutzgebiet nur per Boot zugänglich ist. Erst seit 1958 ist Niederwerth durch eine Brücke mit dem Festland (dem rechtsrheinischen Vallendar) verbunden. Vorher konnte auch sie nur per Boot erreicht werden. Auf Niederwerth werden seit Jahrhunderten Obst und Gemüse angebaut.

Die Region

Nur wenige Kilometer südwestlich von Niederwerth liegt die Stadt Koblenz, die mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten und Kulturdenkmälern aufwartet.

Die Rheinbrücke, die Niederwerth mit dem Festland verbindet, führt in die rechtsrheinische Stadt Vallendar. Die neuromanische Vallendarer Kirche St. Marzellinus und Petrus aus dem 19. Jahrhundert ist die größte Hallenkirche am Mittelrhein; zu ihr gehört ein spätgotischer Turm von ca. 1501. In der Innenstadt finden sich zahlreiche Bürger- und Fachwerkhäuser. Vom Augustinerinnenkloster Schönstatt im gleichnamigen Stadtteil ist ein romanischer Turm der ehemaligen Doppelturmfassade erhalten geblieben.

Südlich von Vallendar, oberhalb Niederwerths in Urbar gelegen, kann das Klostergut Besselich, ehemals Franziskanerinnenkloster, für Anlässe aller Art gemietet werden.

In nordwestlicher Richtung von Urbar befindet sich die Stadt Bendorf mit Schloss, Burgruine und Abtei Sayn. Im neugotischen Schloss Sayn, das auf ein spätmittelalterliches Burghaus zurückgeht, ist heute das Rheinische Eisenkunstguss-Museum ansässig; der Schlosspark ist ein englischer Landschaftsgarten des 19. Jahrhunderts. Über die Burgruine Sayn, den im 12. Jahrhundert erbauten Stammsitz der Grafen von Sayn, verlaufen die Wanderwege Rheinsteig und Saynsteig. Mit der Sayner Hütte ist außerdem ein Industriedenkmal in Bendorf vertreten.

Empfohlene Zitierweise

F. Büren: Niederwerth - Kloster. Touristische Informationen. In: Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz, URL: <http:⁄⁄www.klosterlexikon-rlp.de/mittelrhein-lahn-taunus/niederwerth-kloster/touristische-informationen.html> (Letzter Aufruf: 23.08.19)