Klöster in Rheinhessen

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Standort

GEO:49.99725363940306,8.275011777877808

Hinweise

Öffnungszeiten

Die Augustinerkirche ist montags bis freitags von 8:00 Uhr bis 17:00 Uhr geöffnet. Samstags und sonntags keine festen Öffnungszeiten.

Führungen

Die Touristik Centrale Mainz bietet eine Vielzahl von Führungen an, die auch an der Augustinerkirche Station machen.

Weblinks

www.mainz.de


Augustiner

Mainz Augustinerkirche Front

In die Straßenzeile der malerischen Augustinerstraße drängt sich die Fassade einer barocken Kirche. Es handelt sich um die Augustinerkirche, die heute als Kirche des Priesterseminars genutzt wird. Die erste Kirche an dieser Stelle ist ca. 1260 im Zusammenhang mit der Niederlassung des Augustinerordens in der Stadt gebaut worden. 1287 wurde der Hochaltar der Kirche dem Hl. Augustinus geweiht. Für 1672 sind bauliche Veränderungen an der Kirche und eine damit verbundene Neueinweihung des Hochaltars belegt. 1768 begann der Neubau der Kirche, nachdem der bis dahin bestehende gotische Bau abgebrochen worden war. Der Bau der neuen Kirche fügt sich in das Bauprogramm jener Zeit ein, das sich auch in den Kirchen St.Peter und St.Ignaz spiegelt.
Nach drei Jahren Bauzeit war der Fassadenbau aus rotem Mainsandstein 1771 abgeschlossen. Im Mittelpunkt der Fassade steht die Figur Mariens, flankiert vom Hl. Augustinus und der Hl. Monika. Im Bogenfeld darüber ist die Heilige Dreifaltigkeit, ihr war die Kirche geweiht,  zu erkennen.
 
Das Innere der Kirche ist in seiner im Rokokostil gestalteten Einrichtung bis ins Detail theologisch durchdacht. Chor und Kirchenschiff symbolisieren in ihrer Gestaltung und ihrem Schmuck die universelle Kirche. Mittelpunkt ist der Baldachinaltar.  Die Deckengemälde zeigen Szenen aus dem Leben des hl.Augustinus. Die reich verzierten Gesimse der Kirche sind gleichfalls von theologischer Aussage: die Putti tragen Schriftbänder mit Zitaten aus der Bibel. Die Zitate verweisen auf einen umfangreichen Tugendkatalog. Die Tugenden sind Bindeglied zwischen dem Irdischen und dem Himmlischen. Die Einweihung des neuen Kirchenbaus erfolgte 1776.
 
Im Jahre 1795 wurde das Gnadenbild aus der Liebfrauenkirche in die Augustinerkirche verbracht. Die Orgel in der Kirche ist eine der bedeutendsten Spätbarockorgeln Mitteleuropas. Im Jahre 1802 wurde das Augustinerkloster aufgehoben. 1805 richtete man die Klosterräume als bischöfliches Priesterseminar ein und überließ die Kirche dem Seminar.  Nach einem während eines Gottesdienstes auf den zelebrierenden regens Markus Adam Nickel verübten Attentat (10.3.1851) Attentat wurde die Kirche am 25.3.1851 rekonziliert. Dabei vollzog sich auch ein Patroziniumswechsel (Liebfrauenkirche). Der Begriff Liebfrauenkirche ist allerdings seit 1931 nicht mehr gebräuchlich.

Empfohlene Zitierweise

Rommel, Martina / Rettinger, Elmar: Mainz - Augustiner. In: Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz, URL: <http:⁄⁄www.klosterlexikon-rlp.de/rheinhessen/mainz-augustiner.html> (Letzter Aufruf: 19.08.17)