Klöster in Rheinhessen

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Standort

GEO:49.853872,8.354635

Öffnungszeiten

April-Oktober: täglich von 8.00 bis 18.00 Uhr
November-März: täglich von 9.00 bis 17.00 Uhr
Gottesdienst: sonntags 10 Uhr

St. Katharina

Katharinenkirche

Mit dem Bau der Kirche wurde wahrscheinlich nach der Stadterhebung 1225 begonnen, 1258 war  der erste romanische Bauabschnitt wohl abgeschlossen. Nachdem in diesem Jahr der Verlauf der Diözesangrenze zwischen den Bistümern Mainz und Worms durch die Stadt Oppenheim festgelegt worden war, wurde die bisher von St. Sebastian aus betreute Katharinenkirche zur neuen Pfarrkirche der mainzischen Neustadt, zu der auch die Burg gehörte, während die 1836 abgerissene Kirche St. Sebastian Pfarrkirche der wormsischen Altstadt blieb.
1317 erhielt der Mainzer Erzbischof von König Ludwig dem Bayern die Erlaubnis, an St. Katharinen ein Kollegiatstift mit einem Propst, zehn Kanonikern und mehreren Vikaren einzurichten. An der  Kirche war inzwischen der Ostturm errichtet worden (1262) und 1317 begann man mit den Arbeiten am Langhaus. An ihren Beginn erinnert eine Bauinschrift in der Form eines runden Brotes, das als „Hungerbrotstein“ bezeichnet wird, da es an den damals sehr hohen Brotpreis erinnern soll. Der Vierungsturm und der größte Teil des Querhauses waren um 1360 vollendet, 1415 wurde mit dem Bau eines eigenen Stiftschores im Westen begonnen, der 1439 geweiht wurde.
Im Zuge der Reformation wurde das Stift St. Katharina aufgelöst, das genaue Datum ist allerdings nicht bekannt. Die Kirche war seit 1556 lutherische und seit 1565 reformierte Pfarrkirche.

1689 erlitt die Kirche durch die Franzosen sehr schwere Zerstörungen, nahezu alle Gewölbe stürzten ein. Auch ein großer Teil der ursprünglich über 100 Grabdenkmäler wurde dabei zerstört. Ein Wiederaufbau war in der Folgezeit nicht möglich, man musste sich auf Erhalt der noch verbliebenen Bausubstanz beschränken.
Nach einer ersten gründlichen Renovierung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erbrachte ein 1873 gegründeter Bauverein schließlich die notwendigen Mittel zum Wiederaufbau durch den Wiener Dombaumeister Friedrich von Schmidt und seinen Sohn Heinrich. Die Wiedereinwölbung des Westchores erfolgte allerdings erst 1937.

Empfohlene Zitierweise

Schmid, Reinhard: Oppenheim - St. Katharina. In: Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz, URL: <http:⁄⁄www.klosterlexikon-rlp.de/rheinhessen/oppenheim-st-katharina.html> (Letzter Aufruf: 27.06.17)