Klöster in Rheinhessen

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Geschichtlicher Abriss Antoniterkloster (Mainz)

Das genaue Datum der Gründung der Mainzer Niederlassung der Antoniter ist unbekannt.
Urkundlich erwähnt finden sie sich am 27.9.1324.
Die Gemeinschaft lebte damals im Haus der Mainzer Bürgerin Geza Dives, die damals den Nonnen der Klarissenniederlassung die Einnahmen aus dem Haus, das von den Antonitern bewohnt war. Die Antoniterniederlassung wird in einer Urkunde aus dem Jahr 1326 lokalisiert gegenüber der Mainzer Walpurgiskapelle. Häufiger findet sich auch die Bezeichnung der stadtgeographischen Lage als „Off der swynsmesten“.
Möglicherweise rührt die Bezeichnung daher, dass die Antoniter von dem Privileg Gebrauch machte, das Papst Bonifaz VIII. dem Orden gewährt hatte, und Schweine hielten.
Das Kloster lag damit am Rand der damaligen städtischen Bebauung.
Eine Mainzer Urkunde vom 4.4.1380 erwähnt erstmals eine Badestube, die zu der Niederlassung gehörte. Es handelte sich dabei möglicherweise um ein Krankenhaus, in dem Patienten Aufnahme fanden, die am „Antoniusfeuer“, einer Mutterkornvergiftung, erkrankt waren.
Im ersten Viertel des 16. Jahrhunderts verließ die Gemeinschaft die Stadt. Die Verwaltung des leerstehenden Hauses lag 1528 bei der Antoniterkanonie in Höchst. Das Haus diente danach einer aus Haina vertriebenen Gemeinschaft von Zisterziensern.
Der Abt von Haina wurde dann auch 1568 bei der Stadtaufnahme als Eigentümer der Mainzer Klosteranlage bezeichnet. Bald darauf wurden Kirche und Gebäude aber wohl verkauft, denn 1574 übergab Erzbischof und Kurfürst Daniel Brendel von Homburg die Gebäude an seinen Gewaltboten.

Empfohlene Zitierweise

Rommel, Martina: Mainz - Antoniter. Geschichtlicher Abriss. In: Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz, URL: <http:⁄⁄www.klosterlexikon-rlp.de/rheinhessen/mainz-antoniter/geschichtlicher-abriss.html> (Letzter Aufruf: 17.11.19)