Klöster Eifel-Ahr

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Geschichtlicher Abriss Kloster Mayen

Die Basaltlava des Bellerbergs zog bereits in der jüngeren Steinzeit die ersten Siedler in den Talkessel von Mayen. Sie verwendeten den Basalt als Baumaterial. Für Reib- und Mahlsteine war seit vorgeschichtlicher Zeit der Basaltlava der Mayener Gegend hoch begehrt. Die Römer widmeten sich gleichfalls dem Abbau des Steinvorkommens. Hochwertige Töpferwaren entstanden. Das Dorf Megine, vom dem der Mayengau seinen Namen hat, war urkundlich zuerst durch eine Grenzbestimmung von Erzbischof Hetti (814-847) bekannt geworden. Die älteste für die kirchliche Organisation im Raume Mayen wichtige Urkunde führte in das Jahr 1041. Danach schloss Erzbischof Poppo von Trier mit der Witwe Gerbirch einen Prekarievertrag, in dem diese dem hl. Petrus in Trier ihren Besitz in Hönningen übereignete. Dafür erhielt Gerbirch auf Lebenszeit u. a. Güter in und um Mayen. Nach ihrem Tod sollte Hönningen an das von Poppo gegründete Trierer Stift St. Simeon kommen und Mayen an den Erzbischof oder dessen Nachfolger.
Die Burg in Mayen, heute Genovevaburg, liess Erzbischof von Vingstingen um 1280 zum Schutz und zur Verwaltung des Gemeinwesens errichten.
Am 29. Mai 1291 erwirkte Erzbischof von Boemund von König Rudolf von Habsburg die Stadtrechte, die am 29. Mai des Jahres verliehen worden waren. Wie andere Burgen und Plätze des Erzstifts stattete Boemund auch Mayen mit „Kammern, Mauern, Türmen und Vorwerken“ aus. 1326 waren diese Maßnahmen nahezu vollzogen. Kurfürst Balduin von Luxemburg teilte das Erzstift in ein Unter- und ein Obererzstift und diese in Ämter ein. Mayen war eins der 15 Ämter des Niederstifts. Später wurde es Oberamt und von Amtmännern verwaltet.

Klostergeschichte

Die neue Gemeinschaft führte den Namen „St. Marien zu Lonnig innerhalb der Mauern von Mayen“ (Monasterium beate Marie de Lonnecho infra muros de Meyene). Dem Prior wurde die Seelsorge der Pfarrkirche St. Clemens übertragen. Das Florinstift zu Coblenz erhielt die Weisung, seine Rechte mit Vikarie, Pfarrhof, Kirchengut einschließlich Liegenschaften und Einkünften dem neuen Konvent zu übertragen und auf das Patronatsrecht in Mayen zu verzichten. Der dritte Teil des Zehnten, der bis dahin zu den Einkünften des Pfarrers gehörte, ging auf das Kloster über. Die übrigen zwei Drittel verblieben beim Florinstift, das für die abgetretenen Güter und Gerechtsame das Recht erhielt, zwei Präbenden am Mayener Kloster zu präsentieren.

Der neue Konvent aus Lonnig fand in Mayen eine dem hl. Clemens, dem Patron der Steinbrecher, gewidmete Kirche vor, die jedoch den Anforderungen der Mönche nicht entsprach. Vor allem fehlten notwendige Klostergebäude wie Refektorium, Dormitorium, Kapitelhaus, Kreuzgang und andere. Da deren Errichtung äußerst dringlich war, förderte Balduin sie zusätzlich durch einen Ablass. Zunächst entstand ein Kreuzgang und dann an dessen Südseite eine lang gestrecktes, hohes Gebäude mit allen Räumlichkeiten für ein klösterliches Leben. Von den neuen Klostergebäuden war 1457 bereits das „Presencienhuys“ als Ablieferungsstätte für Korn belegt.

In der Fehde zwischen Ulrich von Manderscheid und dem Erzbischof Raban von Helmstädt  anlässlich der Besetzung des Trierer Bischofsstuhls erlitten Stadt und Kloster große Schäden. Erst in der Ägide unter Prior Johannes Baum (1535-1571) konnte sich das Kloster erholen. So entstanden in dessen Amtszeit neue monastische Bauten im Westen und Norden des Kreuzgangs (1541-1592).

Das Verhältnis hingegen zwischen Führung und Konvent war von Spannungen geprägt. Nachdem Prior Baum auf seine Stelle verzichtete, kamen Unruhe und Zwist ins Kloster. Auch unter seinem Nachfolger Anton Dörfer (1571-1592) herrschte weiter Uneinigkeit unter den Chorherren. Durch die Einführung neuer Statuten versuchte 1592 Erzbischof  Johann II.  von Schönenberg (1581-1599) eine bessere Ordnung herzustellen. Die eingeführten Reformen blieben ohne positive Resonanz. Nach der Wahl des Priors Nikolaus Adenau 1596 änderten schließlich die Chorherren ihre Verfassung. Sie nahmen die Ordnung der im Trierischen üblichen Kollegiatstifte von Weltpriestern unter der Leitung eines Dekans an. Seitdem nannte es sich „Ecclesia collegata ad s. Clementem“ in Mayen. Für Heyen ist das keine einschneidende Änderung, denn auch ein Stift stelle letztlich eine Gemeinschaft des den Gottesdienst der Pfarrkirche besorgenden Pfarrklerus dar.

Doch die Uneinigkeit im Konvent blieb. Die Güter wurden geteilt und Allodien für die einzelnen Stiftsherren geschaffen. Das gemeinschaftliche Leben wurde zugunsten individueller Wohnungen aufgegeben. Auch die geänderten Rahmenbedingungen schufen keine Einigkeit. Im 18. Jahrhundert gärte es wiederholt im Kollegiatstift. Probleme gab es bis zur Auflösung: 1763 mit dem Florinstift zu Koblenz und 1769 mit dem Dechanten von Ochtendung.

Beigelegt wurden sie durch das bischöfliche Ordninariat. Hilfreich bei der Befriedung war auch Erzbischof Klemens Wenzeslaus. Bei der letzten Visitation vor seiner Auflösung verzeichnete die Pfarrei 1800 Kommunikanten.

Nachnutzung

Die Franzosen besetzten Mayen am 17. Oktober 1794. 1795 kam nach dem Frieden von Basel das linksrheinische Gebiet an Frankreich. Nach dem Frieden von Campo Formio 1797 und von Lunéville wurde Mayen 1801 französischer Kanton im Arrondissement Coblenz des Rhein-Mosel-Departements mit der Marie in Mayen. Zu ihr gehörte u. a. das Dorf Monreal.

Empfohlene Zitierweise

Brauksiepe, Bernd: Mayen - Augustinerkloster. Geschichtlicher Abriss. In: Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz, URL: <http:⁄⁄www.klosterlexikon-rlp.de/eifel-ahr/mayen-augustinerkloster/geschichtlicher-abriss.html> (Letzter Aufruf: 22.11.19)