Klöster Mosel-Saar

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Geschichtlicher Abriss Franziskanerinnenkloster Filzen (Brauneberg)

Über die Gründung des ehemaligen Franziskanerinnenklosters ist nur wenig bekannt. Im 11. oder 12. Jahrhundert wurde unweit der Mosel eine Andreaskapelle errichtet, von der heute noch der Turm erhalten ist. 1455 übertrug Erzbischof Jakob I. von Sierck (1439-1456)  dem Trierer Nonnenkloster von der dritten Regel des hl.  Franziskus von Assisi zu „Viltzen“ eine Klause bei dieser Kapelle, die Andreaskapelle zu „Viltzen“. Die Trierer „Grauen Schwestern“ erhielten auch den „Velenwingert“ zum Zwecke der Gründung eines Klosters dieses Ordens. Das neue Kloster der sog. „Grauen Schwestern“ war der Pfarrei Wintrich zugeordnet.  Ein vom Konvent gewählter Priester dieser Pfarre sollte im Kloster das hl. Opfer feiern und die hl. Sakramente spenden. Stifter oder Dotationen anlässlich der Gründung sind nicht verzeichnet. Angesicht dieser wirtschaftlichen Rahmenbedingungen waren die ersten Jahrzehnte von großer Armut geprägt. Auch im Visitationsprotokoll von 1569 wird dies festgehalten. So wird bedauernd berichtet, dass ein Leben in der Klausur noch immer nicht möglich ist, da die Schwestern wegen der materiellen Not genötigt sind, durch stete Arbeit überhaupt zu Nahrung und Kleidung zu kommen. Die Frauen waren darauf angewiesen, durch Weben und andere Handarbeiten ihren Lebensunterhalt  zu verdienen. Diese Notlage änderte sich erst, als zunehmend Frauen aus ländlich geprägten Regionen den Schleier nahmen und beim Eintritt ins Kloster Filzen öfter mit ihrem Erbteil auch Land und/oder Weinberge mitbrachten.           

Spätere Nutzung

1802 wurde das Kloster aufgehoben, die dem hl. Josef geweihte Kirche 1803 der Gemeinde Filzen als Pfarrkirche zugewiesen. Als ein Beispiel für den Mehrwert, der im Zusammenhang mit den Versteigerungen klösterlichen Guts im Rahmen der Säkularisation erzielt werden konnte, ist der Verkauf des Guts des Franziskanerinnenklosters in Filzen zu werten. Angeboten wurde das Objekt für 11 000 Fr., den Zuschlag erhielt die Käufergruppe bei 16 400 Fr. Vier Jahre später wurde das Weinbergareal in annähernd 70 Parzellen verteilt angeboten. Der mit der Versteigerung beauftragte Notar Johann Matthias Zell erzielet bei der mehrtägigen Auktion über 51 000 Fr. Jeder der vier Teilhaber hatte damit einen Gewinn von 8 700 Fr. gemacht zuzüglich der bis dahin anfallenden Pachteinnahmen. Solche Gewinne waren zur damaligen Zeit keine Ausnahmen.

Heutzutage ist das Klosterquadrum in Wohnungen aufgeteilt.

Empfohlene Zitierweise

Bernd Brauksiepe: Brauneberg Franziskanerinnenkloster Filzen. Geschichtlicher Abriss. In: Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz, URL: <http:⁄⁄www.klosterlexikon-rlp.de/mosel-saar/brauneberg-franziskanerinnenkloster-filzen/geschichtlicher-abriss.html> (Letzter Aufruf: 20.05.19)