Klöster Mosel-Saar

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Besitz- und Wirtschaftsgeschichte Kloster Ebernach

Ebernach war bis 1803 Hofgut der Abtei Maria Laach. In der Verwaltung des Gutes blieb der Propst selbständig. Zu seinen Aufgaben gehörten die Betreuung der Weinberge an der Mittelmosel und die Verwaltung der umfangreichen landwirtschaftlichen und forstwirtschaftlichen Besitzungen. Vermögensrechtlich unterstand die Propstei ganz der Abtei. Im 16. und 17. Jahrhundert schien sie einen eigenen Haushalt geführt zu haben, der jedoch vor 1726 aufgegeben wurden. Rechnungnen des Laacher Kellerars belegten dies.

Das Verhältnis zum Abt in Maria Laach ist in der Literatur unterschiedlich beschrieben. Es schien zuweilen, als hätte der Propst gegen ein Abgabefixum das Gut auf eigene Rechnung bewirtschaften können. Unter Umständen erwarb er ein erhebliches Vermögen zum Nutzen der Abtei. So übergab wohl Propst Johannes von Eich vor seinem Tode Abt Johannes von Dedesheim (1469-91) 12 000 Gulden, die aus den  Erträgnissen der Propstei stammten.     

Wie  weiter oben bereits hingewiesen, schenkten 1309 Johann von Sele und seine Frau Ebernach zwei Weinberge und einen Garten in Valwig. 1310 übertrug Otto von Klotten erheblichen Grundbesitz. Dokumente belegen, dass die Pächter einen großen Teil des Gutes auf der Grundlage von Erbpachtverträgen bewirtschafteten, so etwa 1329 von Heinrich von Ryte, 1379 von Arnold von Sehl.

1426 kaufte die Propstei einen Acker von Johann von Ryle, 1430 von Arnold von Molen zwei Weingärten in Cochem, 1444 von Engelbert Kaufmann gleichfalls 12 Morgen in Cochem. Neben dem Weinbau konnte die Propstei auch größere Einnahmen aus den Wäldern in der engeren Umgebung erzielen.

Weiterhin besaß die Propstei das Vorrecht der Eichel- und Eckernmast wie auch das Abholzungsrecht.
Im 17. und 18. Jahrhundert trugen zusätzliche Stiftungen dazu bei, die wirtschaftliche Lage Ebernachs zu festigen. So kam die Propstei dank gewonnener Verfahren bzw. durch Vergleiche in den Besitz der sogenannten „Baumgärten“ in Diefental .
Im Wirtschaftsgefüge der Abtei Maria Laach war die Propstei an der Mosel zur intensiven Betreuung ihrer diversen Weingüter und -lagen an der Mittelmosel unverzichtbar. Dies betraf auch die Sicherung des Eigenbedarfs an Weinen.  Insbesondere der entfernter liegende Klosterhof zu Moselsürsch spielte als Lieferant für Weinstöcke und  Getreide für Ebernach eine wichtige Rolle. Die Wirtschaftskraft des Gutes wurde im 18. Jahrhundert rückläufig. Ihre Bedeutung dagegen als sakrales Zentrum der umliegenden Höfe und Güter blieb dank der vielbesuchten Kapelle ebenso erhalten wie als Tagungsort für die ausgedehnten Waldgenossenschaften. Auch für den Gesamtkonvent nahm sie im letzten Jahrhundert vor der Auflösung eine wichtige Aufgabe wahr: Sie diente als Erholungs- und Betreuungsstätte kränkelnder Mönche, vielleicht auch als "Abschiebeplatz" für unbequeme Geistliche.
Die Wirren der Réunionskriege überstand die Propstei wohl ohne größere Verluste. Vorhandene Aufzeichnungen enthalten jedenfalls keine Berichte darüber.

Empfohlene Zitierweise

Bernd Brauksiepe: Cochem - Kloster Ebernach. Besitz- und Wirtschaftsgeschichte. In: Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz, URL: <http:⁄⁄www.klosterlexikon-rlp.de/mosel-saar/cochem-kloster-ebernach/besitz-und-wirtschaftsgeschichte.html> (Letzter Aufruf: 17.11.19)