Klöster in Rheinhessen

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Mainz - Congregatio Jesu (Englische Fräulein, Institutum Beatae Mariae Virginis)

Stadtgeographische Lage - Besitzgeschichte

Zunächst waren die Gemeinschaft der Schwestern sowie die Schule im Haus „Zum Guldenen Lämbgen“ (Ecke Fischtor / Liebfrauenstraße, etwa Fischtorstr. 2) ansässig. In der Stadtaufnahme aus dem Jahr 1747 wird als Eigentümer des Hauses Gastwirt Altenauer genannt. Die von Altenauer vermachten Häuser Zu den Drei Königen (Lit. F 288 / Gaustraße 41) und Zum Kleinen Silberberg (Lit. C 52/53) erwiesen sich als für den Schulbetrieb ungeeignet. Das Haus Zum Kleinen Silberberg befand sich nach der Stadtaufnahme 1794/1797 in Privatbesitz, das Haus in der Gaustraße ist als Eigentum des Schulfonds bezeichnet, allerdings sollten die Lehrkräfte den Garten und seine Erzeugnisse nutzen dürfen[Anm. 1]. Nach dem Inkrafttreten des Testamentes von Altenauer konnte 1768 das Haus Zum Schenkenberg, eine ehemalige Burse der Mainzer Universität, die bei der Stadtaufnahme des Jahres 1747 aber bereits als bürgerliches Haus bezeichnet wurde (C 457 / Altenauergasse 3), erworben werden, das nun den Namen Zu den Drei Königen erhielt (Dreikönigsbild über dem Torbogen). Es wurde nun für die folgenden Jahre Domizil des I.B.M.V., im Adressbuch für das Jahr 1800 ausdrücklich bezeichnet als „maison de dames anglaises“. Die Stadtaufnahmen von 1785 und 1794/97 nennen als im Eigentum der Englischen Fräulein befindlich auch einen Teil des Hauses C 453 ( Lyzeumsgasse 4 / später Hintere Rindsfußgasse; zwischen Kl. Quintinsgasse und Hintere Christophsgasse), im Adressbuch des Jahres 1800 als Hinterhaus bezeichnet. Das Haus befand sich 1825 in Privatbesitz.
Im Oktober 1846 erfolgte die Übersiedlung in den Dalberger Hof (Lit. F 329 / Ballplatz 1). Zunächst nennt das Adressbuch der Stadt Mainz den Schulfonds als Eigentümer der Immobilie. Am 1.6.1881 erwarb das Institutum Beatae Mariae Virginis das volle Eigentumsrecht. Gönner des Instituts waren im letzten Drittel des 19.Jhs. Bischof Paul Leopold Haffner (1886/1899), Heinrich Brück (1900/1903 Bischof von Mainz), Johann Baptist Heinrich, dessen Schwester zwischen 1855 und 1871 Oberin des Instituts war, Karl Aloys Ohler und Ludwig Hundhausen sowie Seminarregens Christoph Moufang, dessen Schwester Josepha Moufang (+ 5.1.1903) Oberin der Gemeinschaft war.

Kirche

Die im Wohnturm des Dalberger Hofes befindliche, Simon und Judas (28.10.) geweihte Kapelle, ist bis heute erhalten. Das Deckengewölbe zeigt die Darstellung eines Pelikans.
1865 wurde eine eigene Kapelle konsekriert (Patrozinium: Drei Könige).

Anmerkungen:

  1. Vgl. Schreiner, S.72 Zurück

Empfohlene Zitierweise

Martina Rommel: Mainz - Congregatio Jesu (Englische Fräulein, Institutum Beatae Mariae Virginis). Stadtgeographische Lage - Besitzgeschichte. In: Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz, URL: <http:⁄⁄www.klosterlexikon-rlp.de/rheinhessen/mainz-congregatio-jesu-englische-fraeulein-institutum-beatae-mariae-virginis/stadtgeographische-lage-besitzgeschichte.html> (Letzter Aufruf: 20.05.19)