Klöster in Rheinhessen

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Besitz- und Wirtschaftsgeschichte Bergkloster (Worms)

Besitz

Zunächst lebten die Frauen von Almosen. Für die Unterstützung der Reuerinnen wurden Ablässe gewährt. 1243 erhielt der Konvent durch Incorporierung die Einkünfte der Pfarrkirche auf dem Andreasberg.
Besitzverhältnisse und Erwerbsstruktur waren eng verbunden mit dem städtischen Raum. und standen im Zusammenhang mit dem sozialen Bezugsfeld (Vgl. Kleinjung, S.140) der Schwestern. Die früheste Schenkung weist Kleinjung für 1260 nach (Gemarkung „Nittesheim“, Gemarkung Dürkheim). Daneben hatte der Konvent auch Immobilienbesitz in Worms selbst, der nach bisherigem Kenntnisstand im Umfeld des Andreasberges lag und auf Schenkungen zurückgeht. .
Bis um 1300 sind nach Kleinjung kleine testamentarische Legate (Geldwerte, Zinsen, Renten aus Land- und Immobilienbesitz) nachzuweisen, wobei als Gegenleistung die Feier von Anniversarien verbunden waren. Aussteller dieser Legate waren Kleriker und Laien aus dem bürgerlichen und ritterlichen Patriziat.
Gründungsgeschichte und Sozialstruktur des Kreises der Schenker führten dazu, dass das Reuerinnenkloster nicht über größeren zusammenhängenden Grundbesitz verfügte.
Kleinere Besitzungen hatte das Kloster in „Nittesheim“, Pfiffligheim, Grünstadt, Dirmstein. Ein „nennenswerter“ (Kleinjung S.142) weiterer Besitzkomplex (Häuser, Höfe, Weinberge) des Reuerinnenklosters ist in Busensheim nachzuweisen; 1357 befreite Graf Emich von Leiningen diese Güter von allen Abgaben. Die Güter waren wahrscheinlich erst knapp 10 Jahre zuvor in den Besitz des Konvents gekommen.
Ende 14. und 15. Jahrhundert ist nach Kleinjung eine Zunahme von Zinsen und Renten aus städtischem Immobilienbesitz belegt. (Vgl. Kleinjung, S.143). Weitere Einkünfte bestanden in Korn- und Geldgülten in Westhofen, Horchheim, Pfeddersheim, Leiselheim, „Herlisheim“.
Um die Wende vom 13. zum 14. Jahrhundert kamen Seelgerätstiftungen, Altar- und Präbendenstiftungen hinzu. Für solche Stiftungen schlossen sich oft mehrere Familienmitglieder zusammen. (Kleinjung, S.142). Das Backhaus auf dem Andreasberg direkt neben dem Kloster stellte einen „nennenswerten Einnahmeposten“ (S.143) dar. Es war dort ein Bäcker im Dienst des Klosters tätig. Einen Hof besaß der Konvent in Dorn-Dürkheim.
Im 14. Jahrhundert besaßen nach Kleinjung einzelne Konventsmitglieder Privatbesitz (Kleinjung, S.135). Insgesamt zeigen sich die wirtschaftlichen Verhältnisse des Reuerinnenklosters im Mittelalter als stabil.
Bei der Versteigerung der Güter des säkularisierten Klosters, die zum Nationalgut geschlagen worden waren, werden nur noch drei Objekte aufgeführt: neben einer Wiese in Dirmstein handelte es sich dabei um Kirche und Gebäude des Klosters und ein Gut, dessen Liegenschaften auch in Pfiffligheim und Hochheim lagen und das nach einem Schätzpreis von 10 540 fr. einen Verkaufspreis von 29 900 fr. erzielte (Vgl. Schieder, IV, Nr.12724).

Empfohlene Zitierweise

Rommel, Martina: Worms - Bergkloster. Besitz- und Wirtschaftsgeschichte. In: Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz, URL: <http:⁄⁄www.klosterlexikon-rlp.de/rheinhessen/worms-bergkloster/besitz-und-wirtschaftsgeschichte.html> (Letzter Aufruf: 21.05.19)