Klöster in Rheinhessen

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Bau- und Kunstgeschichte des Ricardiklosters (Worms)

0.1.Kirche

1448 gestattete der Kardinallegat Kardinaldiakon Johannes den Schwestern die Errichtung einer Kapelle mit einem Altar. Diese Erlaubnis erhielt 1465 die päpstliche Bestätigung.
Die Kapelle wurde zu Ehren des hl. Kreuzes, Mariens, der Apostel sowie Agnes, Gertrud und Maria Magdelena geweiht.
Der Besuch der Kapelle wurde 1465 an bestimmten Tagen mit einem 40tägigen päpstlichen Ablass verbunden, ebenso mit einem 40tägigen bischöflichen Ablass. (Hess. Archiv II, 412, Note 138); 1466 erfolgte die Bestätigung des bischöflichen Ablasses. Dies lässt darauf schließen, dass es sich nicht nur um eine Hauskapelle gehandelt hat, sondern um ein öffentlich zugängliches Gotteshaus.
Bekannt ist der Kirchweihtermin. Er lag zunächst auf dem Sonntag Sexagesima wurde dann aber 1484 auf Bitten der Schwestern durch den Wormser Bischof auf den Sonntag nach dem 24.Juni gelegt. Am Kirchweihtag konnte ein 40tägiger Ablass gewonnen werden.
14.4.1583 brannte die Kapelle zusammen mit den Kloster plötzlich nieder.

Die Darstellung Hammans, die die Situation von 1630 wiedergibt, zeigt die Lage gegenüber dem Bischofshof angedeutet durch einen kleinen Glockenturm. Weitere Details sind nicht auszumachen.
1689 wurder die Kirche wieder zerstört.
Um die Wende zum 18. Jahrhundert Wiederaufbau unter Äbtissin Elisabeth Weigand aus Mainz. War zuvor von einem oratorium die Rede, spricht Würdtwein im 18. Jahrhundert von einer ecclesia.
1768 hatte der Konvent die Absicht, die Kirche zu erweitern. Damit verbunden sollte auch die Erweiterung der Gruft sein. Der Rat der Stadt Worms legte gegen dieses Vorhaben beim Kaiser Protest ein.

0.2.Klausur- und Konventsgebäude

Zusammen mit Kapelle 1583 abgebrannt, wiedererrichtet.
Nach der abermaligen Zerstörung (1689) wurde der erneute Wiederaufbau vorgenommen. Auf einem Torbogen in der Stephansgasse fand sich auf dem Schlussstein neben der Darstellung einer Bischofsfigur und ihr zu Seiten die Buchstaben R und C sowie einer Krone die Jahreszahl 1725.

Außer der Kirchenerweiterung war 1768 auch eine Erweiterung der Klostergebäude beabsichtigt.

0.3.Kapellen innerhalb und außerhalb der Anlage

Im 18. Jahrhundert besaß der Konvent noch eine kleine Kapelle, die zwischen dem Martinsstift und der Lambertuskirche lag und die angeblich Grablege der Priorinnen war.

0.4.Friedhof

Begräbnisplatz für die Schwestern war der Martinskirchhof.

Empfohlene Zitierweise

Rommel, Martina: Worms - Ricardikloster. Bau- und Kunstgeschichte. In: Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz, URL: <http:⁄⁄www.klosterlexikon-rlp.de/rheinhessen/worms-ricardikloster/bau-und-kunstgeschichte.html> (Letzter Aufruf: 07.07.20)