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Geschichtlicher Abriss Halbstift Monreal

(Halb-)Stiftsgeschichte

Monreal geht auf die Burggründung durch Graf Hermann von Virneburg zurück. Die Örtlichkeit gehörte allerdings nicht ihm, sondern seinem Bruder Philipp. Der dadurch verursachte Streit wurde in einem schwierigen Vergleich beigelegt. Nach Pauly gründete  der Graf vor 1229 bei einem zur Polcher Mark gehörenden Ort „Cunisberch“ im Elztal eine Burg, die 1193 erstmals erwähnt wurde. In Quellen dagegen wird der Name Monreal genannt. Dieser Name verweist wohl auf Erinnerungen des Grafen an Kreuzfahrerzeiten und die Burg Montroyal in Palästina. Graf Hermann III. von Virneburg brachte angeblich vom vierten Kreuzzug (1202-1204) zahlreiche Reliquien mit, die die erste Pfarrkirche im Tal, eine Gründung zu Ehren der Gottesmutter, erhielt.  

Zur Betreuung des Reliquienschatzes und zur Erfüllung der unumgänglichen Verpflichtungen aus zahlreichen Altarstiftungen entwickelte sich auf Initiative des Grafen von Virneburg eine Klerikergemeinschaft an der frühgotischen Vorgängerkirche der späteren Heilig-Kreuz Kirche in Monreal. Die Gründung dieses Gotteshauses soll vor 12oo gelegen haben. Das Patrozinium der Kirche ging nach Schug auf die Zeit der Kreuzzüge zurück. 1246 wurde ein Kaplan von Monreal erwähnt. 1310 wurde ein Hof für die Pfarrkirche gestiftet, um die Stelle eines Hilfsgeistlichen zu fundieren.

Die geistliche Gemeinschaft entwickelte sich zu einem „Quasi-Kollegiatstift“. Im kurtrierischen Steuerverzeichnis (Taxa generalis)  der Kirchen um 1330 wurde sie nicht erwähnt. Die Eintragung unterblieb, da es sich um eine Eigenkirche der Grafen von Virneburg handelte. Schug vermisste die Gründung im Register der Pfarrkirchen des Landkapitels von 1475.

Das fromme Grafenpaar Philipp II. und Johanna von Horn machte auf dem Höhepunkt seiner Macht Monreal zu seiner ständigen Residenz. Es war bestrebt, dieses durch den Neubau eines größeren, ihm würdigen Gotteshauses deutlich zu machen. Der Gottesdienst sollte sich zudem durch den festlichen Gesang mehrerer Priester auszeichnen. Mit dem Neubau der heutigen Pfarrkirche zum Heiligen Kreuz wurde wahrscheinlich um 1459/1460 begonnen.

1477 wurden der Hl. Kreuz Kirche die unter Virneburger Patronat stehenden Gotteshäuser in Wellmich (Landkapitel Boppard) und Weiler (Pfarrbezirk Nachtsheim) inkorporiert.

Philipp III. und Kuno von Virneburg starben kinderlos. Damit erlosch 1545 auch das Geschlecht. Ein Testament war erlassen worden. Angaben über die Zukunft der Grafschaft waren jedoch nicht erfolgt. Dem Trierer Erzbischof gelang es, trotz der erbitterten Widerstände der gleichfalls erbberechtigten Grafen von Manderscheid, Teile der verwaisten Grafschaft mit Burg und Stadt Monreal als heimgefallenes Lehen einzuziehen.

1632 wurden Burg und Ort von den Schweden zerstört. Dies schien an der Kirche spurlos vorbeigegangen zu sein: 1656 zählte das Gotteshaus elf Altäre. 1689 erfolgte eine erneute Zerstörung Monreals durch die Franzosen.

Burg und Herrschaft blieben in der Folge bis 1802 Sitz eines kurtrierischen Amtes.

Nachnutzung

Mit dem Einmarsch der französischen Revolutionstruppen ins Rheinland 1784 endete für Monreal die Zeit des alten Reiches. 1815 kam Monreal als Bestandteil des Kreises Mayen zu der neu gebildeten preußischen Rheinprovinz.

1802 bis 1824 gehörte Monreal als Hilfspfarrei des Kantons Mayen zum Bistum Aachen. Als Filiale erhielt sie 1804 von Mayen den Ort Reudelsterz. Heute ist das Gotteshaus Pfarrkirche von Monreal.

Empfohlene Zitierweise

Brauksiepe, Bernd: Monreal - Halbstift Monreal. Geschichtlicher Abriss. In: Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz, URL: <http:⁄⁄www.klosterlexikon-rlp.de/eifel-ahr/monreal-halbstift-monreal/geschichtlicher-abriss.html> (Letzter Aufruf: 22.09.19)