Klöster am Mittelrhein

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Bau- und Kunstgeschichte Kloster St. Beatusberg (Koblenz-Karthause)

Klosterkirche

Die 1241 geweihte Kirche mit Kreuzgang und sonstigen Klostergebäuden konnten die Kartäuser von ihren Vorgängern übernehmen. Erzbischof Kuno von Falkenstein (1362-1388) erbaute einen neuen Chor, zum Jahr 1465 ist eine Spende für die Ausführung des Gewölbes überliefert.
Um 1720 wurde im Zuge umfassender Neubaumaßnahmen die alte Kirche abgerissen und durch einen Neubau, eine dreischiffige Basilika mit eckigem Chorschluss, ersetzt. Auf dem steilen Dach stand ein hoher Dachreiter.
An mittelalterlichen Altären wird im ersten Viertel des 15. Jahrhunderts ein von dem Stiftsherrn Walter von Kirchof dotierter Katharinenaltar erwähnt und 1735 wurden die drei Hauptaltäre zu Ehren der Muttergottes, von St. Bruno und St. Johannes Baptist geweiht.  Dabei scheint es sich allerdings um die erneute Weihe bereits vorhandener Altäre gehandelt zu haben.

Klosteranlage

Da die Kartäuser auch die Klostergebäude des früheren Benediktinerklosters übernehmen konnten, werden sich ihre ersten Baumaßnahmen vor allem darauf konzentriert haben, die bestehende Anlage den kartäusischen Gewohnheiten gemäß auszubauen. Hierzu gehörten vor allem die beiden Kreuzgänge, neben der Galilaea minor, an der auch das Gästehaus lag, namentlich die Galilaea maior mit den angegliederten Zellen, die allmählich im südlich angrenzenden Weinberg entstanden und deren Zahl nach einem Plan von 1689 auf 14 angewachsen war.
Der aus einer Trierer Familie stammende Prior Johannes Welcken (1720-1737) ließ, genau wie ungefähr zeitgleich seine beiden Brüder Michael und Anton als Prioren der Kartausen St. Michaelsberg in Mainz (1712-1753) und St. Alban in Trier (1745-1781), fast die gesamte Anlage samt Kirche im Stil der Zeit neu bauen. Hierzu gehörte auch am Steilhang zum Rheintal ein zweistöckiges Priorat.
Die Kreuzkirche unterhalb der Kartause wurde von dem Koblenzer Bürger Peter Faßbender von Molsberg nach einer Pilgerfahrt nach Palästina 1492 gestiftet. Im Jahre 1508 schenkte er sie der Kartause. 1771 wurde an ihrer Stelle ein barocker Neubau errichtet, nach 1824 musste sie dem Fort Konstantin weichen.

Klosterhöfe

Der wichtigste Hof der Kartause in Koblenz war wohl der Hof „Zum Vogelsang“, den das Kloster endgültig gegen Ende des 14. Jahrhunderts erhielt und der den Mönchen wiederholt im Kriegsfall als Zufluchtsort diente. Es handelte sich um eine quadratische Anlage mit vier Flügeln und einer angrenzenden Kapelle. Dazu gehörten ein Kelterhaus, Keller und Speicher, Konventstube, Stallung und ein Garten.
Den „Berghof“ oder „Hof auf dem Berg“, der mit seinem ursprünglichen Namen „Dechantshof“ auf seinen früheren Besitzer, den Dekan Johann von St. Florin, verwies, konnte die Kartause 1315 von Erzbischof Balduin erwerben. Nach einem Brand 1433 wurde ein Neubau errichtet, dem 1724 eine Kapelle angebaut wurde. Seit 1558 war der Hof, der nach der Säkularisation dem Festungsbau zum Opfer fiel, verpachtet. Seine letzten Überreste gingen 1944 beim Bombenangriff zugrunde.
Ein dritter, 1520 erwähnter, Stadthof schließlich befand sich in der Smalgasse.

Empfohlene Zitierweise

Schmid, Reinhard: Koblenz - Kloster St. Beatusberg. Bau- und Kunstgeschichte. In: Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz, URL: <http:⁄⁄www.klosterlexikon-rlp.de/mittelrhein-lahn-taunus/koblenz-kloster-st-beatusberg/bau-und-kunstgeschichte.html> (Letzter Aufruf: 17.10.19)