Archivalien und Literatur Stift St. Kastor (Koblenz)

0.1.Kloster- bzw. Stiftsarchiv und -bibliothek

Für die ersten dreieinhalb Jahrhunderte der Stiftsgeschichte fehlen, von wenigen Ausnahmen abgesehen, alle Quellen. Erst kurz nach 1200 setzt eine kontinuierliche Überlieferung ein, die allerdings erst im 13. Jahrhundert dichter wird und im 14. und 15. Jahrhundert ihren Höhepunkt erreicht. Im Unterschied zu St. Florin fehlen frühe Herrscherurkunden, wahrscheinlich hat St. Kastor nie solche besessen. Denn auch als Karl IV. im Jahre 1355 alle Rechte und Freiheiten des Stifts bestätigt, erwähnt er keine entsprechenden Diplome seiner Vorgänger; vielmehr spricht er nur ganz vage von den illustres principes, die das Stift mit Rechten ausgestattet hätten.

0.2.Überkommene Archivalien (Provenienzbestand)

Das Archiv des Stifts St. Kastor befindet sich heute als Abt. 109 im Landeshauptarchiv Koblenz. – Die ältesten Urkunden des Stifts scheinen verloren zu sein, wahrscheinlich wurden sie bei der Zerstörung von Koblenz im Jahre 1199, bei der offensichtlich auch das Stift größeren Schaden erlitten hat – die Stiftskirche musste 1208 durch Erzbischof Johann I. von Trier (1189-1212) neu geweiht werden – zerstört. Erst kurz nach 1200 setzt ein ununterbrochener Überlieferungsstrom ein. Von da an scheint der größte Teil der Überlieferung erhalten zu sein, der im 19. Jahrhundert auf die Staatsarchive Koblenz und Wiesbaden verteilt wurde.
Verzeichnis der ungedruckten Quellen bei Goldmann S. 505.

0.3.Nekrologe, Memorienbücher, Kapitelbücher

Ein Nekrolog aus dem ersten Viertel des 15. Jahrhunderts ist erhalten: Landeshauptarchiv Koblenz 109, Nr. 1604; die darin erwähnten Personen und Stiftungen sind jedoch nur zum jeweiligen Tag ohne Jahresangabe eingetragen. Der Nekrolog wurde bis zur Aufhebung des Stifts nach 1802 weitergeführt. Ungefähr gleichzeitig mit dem Nekrolog, vielleicht als Konzept für diesen, wurde ein Anniversarien- und Memorienverzeichnis angelegt: Landeshauptarchiv Koblenz 109, Nr. 1610.

0.4.Findbücher

Drei Findbücher des Stifts aus den Jahren um 1570, 1579 und 1706 haben sich erhalten.

0.5.Gedruckte Quellen

Wichtig vor allem:

  • Aloys Schmidt (Hrsg.), Quellen zur Geschichte des St. Kastorstifts in Koblenz. Bd. 1: Urkunden und Regesten (857-1400); Bd. 2: Urkunden und Regesten (1401-1500). Bonn 1955, Köln/Bonn 1974. ( = Publikationen der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde, Bd. 53).
  • Aloys Schmidt (Hrsg.), Quellen zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte des Stiftes St. Kastor in Koblenz. Bd. 1: Kleinere Rechnungen, Rechnungen der Fabrik. Bd. 2: Rechnungen der Aula. Koblenz 1975, 1978 (= Veröffentlichungen der Landesarchivverwaltung RLP, Bd. 23 und 24).

Ein umfassendes Verzeichnis handschriftlicher und gedruckter Quellen in:

  • Michel, Die kirchlichen Denkmäler der Stadt Koblenz, S. 75 ff., sowie bei Goldmann S. 506f.

0.6.Literatur

  • 1150 Jahre Koblenz St. Kastor: Katalog zur Ausstellung im Mittelrheinmuseum. Koblenz 1986.
  • 1150 Jahre Koblenz St. Kastor. Red. Karlheinz Erben. Koblenz 1986.
  • Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz 3,2: Stadt Koblenz. Innenstadt. Bearb. von Herbert Dellwing und Michael Wuttke. Worms 2004, S. 78-83.
  • Goldmann, Bernd: St. Kastor in Koblenz. Untersuchungen zur Verfassungs- und Sozialgeschichte eines mittelalterlichen Stifts. Mainz 1999. (=QuAbhzmrhKG 93). Zu weiterer Literatur siehe hier auch das Literaturverzeichnis S. 508-518.
  • Imhof, Michael – Metzing, Andreas – Weyer-Menkoff, Stephan: Die Kirchen im Mittelrheintal. Führer zu den Bauten des UNESCO-Welterbes Mittelrhein. Petersberg 2004, S. 146-150.
  • Michel, Fritz (Bearb.): Die kirchlichen Denkmäler der Stadt Koblenz. Düsseldorf 1937 (= Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz 20,1), S. 75-155.
  • Pauly, Ferdinand: Die Kirche in Koblenz. In: Geschichte der Stadt Koblenz. Band 1: Von den Anfängen bis zum Ende der kurfürstlichen Zeit. Stuttgart 1992, S. 179-236.
  • Stanzl, Günther: St. Kastor in Koblenz. Ausgrabungen und Bauuntersuchungen 1985-1990. Worms 1998 (= Denkmalpflege in Rheinland-Pfalz. Forschungsberichte Band 3). Darin auch Beiträge von
    - Heyen, Franz-Josef: Beobachtungen zur Geschichte des Stiftes
    - Fehr, Horst: Vor- und frühgeschichtliche Funde im Chor von St. Kastor und östlich davon
    - Boppert, Walburg: Zwei Grabsteinfragmente
    - Wittwer-Backofen, Ursula: Morbidität und Mortalität. Anthropologische Bearbeitung der Skelettfunde
    - Nikitsch, Eberhard J.: Neu entdeckte Grabdenkmäler
    - Dölling, Regine: Zur Ausmalung des 13. Jahrhunderts
    - Elenz, Reinhold: Architekturfassung und Malerei über dem Gewölbe.

Empfohlene Zitierweise

Schmid, Reinhard: Koblenz - Stift St. Kastor. Archivalien und Literatur. In: Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz, URL: <http:⁄⁄www.klosterlexikon-rlp.de/mittelrhein-lahn-taunus/koblenz-stift-st-kastor/archivalien-und-literatur.html> (Letzter Aufruf: 21.09.19)