Klöster in Rheinhessen

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Historischer Standort

GEO:50.00035349280734,8.262919967117341

Altmünster

Altmünster - Heutige Gestalt

Heute wird die Gründung des Altmünsterklosters meist auf das frühe 8. Jahrhundert datiert. Gründerfamilie war die Adelsgruppe der Haganonen, die damals in Mainz eine führende Stellung hatte.
Otto I. übertrug auf Rat des Mainzer Erzbischofs Wilhelm (954/968) 966 das Hagenmünster, wie die Kirche genannt wurde, an das Benediktinerkloster St. Petrus und Mauritius in Magdeburg. 1122 tauschte der Mainzer Erzbischof Adalbert I. von Saarbrücken (1110/1137) eine Marienkirche in Mainz von Magdeburg zurück. Wahrscheinlich handelte es sich dabei um die Altmünsterkirche.
Im Jahr 1243 wurde Altmünster in den Zisterzienserorden eingegliedert und dem Kloster Eberbach (Rheingau) unterstellt. Papst Innozenz IV (1243/1254) stellte das Altmünsterkloster 1253 unter seinen Schutz.
Als nach dem Dreißigjährigen Krieg eine neue Befestigung der Stadt geplant wurde, beabsichtigten Erzbischof und Domkapitel, um dafür Raum zu gewinnen, das Altmünsterkloster aufzuheben. Sowohl die Äbtissin als auch der Abt von Eberbach erhoben Protest und erreichten, dass der Konvent fortbestehen durfte. Allerdings mussten die bisherigen Gebäude weichen; sie wurden 1656 abgerissen.
Die Zeit des Wiederaufbaus der Stadt Mainz nach dem Dreißigjährigen Krieg bedeutete auch für das Kloster einen wirtschaftlichen Aufschwung. Es wurde zu einem der reichsten Mainzer Klöster. Um Mittel zur Finanzierung der Universität zu gewinnen, hob der Mainzer Erzbischof Friedrich Karl Josef von Erthal (1774/1802) mit Erlaubnis des Papstes das Altmünsterkloster auf. Am 15.11.1781 wurde die Auflösung vollzogen. Die noch dort lebenden Nonnen wurden auf die in Mainz bestehenden Zisterzienserklöster Weißfrauen, St. Agnes und Maria Dalem aufgeteilt.

Der Grundstein zur Kirche wurde 1656 gelegt, 1663 war der Bau vollendet.
Die Kirche wurde 1785 profaniert und die dort befindlichen Gräber beseitigt. 1793 wurde sie den Mönchen des Benediktinerklosters St. Jakob durch den Erzbischof zugewiesen, deren Kirche zerstört worden war. Nach der Auflösung des Benediktinerklosters (1802) diente die Kirche 1808-1895 als Militärhospital, danach, wiederhergestellt auf Kosten des Reiches, als Garnisonskirche. Zwischen 1918 und 1930 war die Altmünsterkirche katholische Garnisonskirche der französischen Besatzungstruppen (Ste. Jeanne d’Arc). Seit 1930 war es die Pfarrkiche der evangelischen Altmünstergemeinde. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche zerstört.
Die heutige Kirche entstand nach dem Zweiten Weltkrieg.

Empfohlene Zitierweise

Rommel, Martina: Mainz - Altmünster. In: Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz, URL: <http:⁄⁄www.klosterlexikon-rlp.de/rheinhessen/mainz-altmuenster.html> (Letzter Aufruf: 25.05.17)