Klöster in Rheinhessen

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Bau- und Kunstgeschichte Kloster Armklara (Mainz)

0.1.Kirche

Für das Jahr 1331 erwähnt ist eine Stiftung durch eine Mechthild. Das Langhaus der von drei seiten umbauten Kirche ist nahezu quadratisch. Sie ist eine der wenigen gotischen Kirchen, die sich in Mainz - nach der Zerstörung (1942) wieder restauriert - erhalten haben. Auffällig ist im Chor eine Nische („Wandschrank“). Im 14. Jahrhundert entstanden die reichen Deckengemälde, die ornamentierten Schluss-Steine sowie ein gotischer Dreisitz und der Grabstein eines Antoniters. Aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts stammt auch eine Holzfigur, die thronende Gottesmutter darstellend (Hochaltar). Sie gehörte allerdings nicht zur Ausstattung der Klarissenkirche, sondern stammte vom Portal der Liebfrauenkirche.
1574 wurde die Kirche profaniert. Bei der Übernahme durch die Klarissen war sie daher zu gottesdienstlichen Zwecken nicht benutzbar. Dem Gottesdienst diente daher zunächst der später als Refektorium genutzte Raum.
Ab 1622 konnte die Kirche wieder als solche genutzt werden. Über die frühere Ausstattung ist wenig bekannt. Die Literatur erwähnt drei Altäre: den Hochaltar zu Ehren des hl. Antonius und der hl. Klara, sowie zwei Seitenaltäre, von denen der eine Maria und Josef, der andere Franziskus und Elisabeth geweiht war.
1942 wurde die Kirche zerstört.
Aus den Barockzeit erhalten sind verschiedene Grabinschriften von Klostermitgliedern und das Grabmal Maximilians von Berlepsch (+ 1744).

0.2.Klostergebäude

In den Jahren 1667 und 1768 wurden größere Renovierungsarbeiten an den Gebäuden vorgenommen. Zwischen 1679 und 1684 wurden Brunnen und Brauhaus errichtet. 1680 wurde ein großer Keller angelegt. Wohl schon um diese Zeit war ein Neubau geplant.
Die Klostergebäude wurden bei der Beschießung von Mainz 1689 stark verwüstet. Danach entstand dann eine neue Anlage, für die als Baugrund zunächst weiterer Besitz erworben wurde. Wahrscheinlich entstanden zunächst Nord-, West- und Südflügel. Die Inneneinteilung ist heute nicht mehr bekannt. Vorhanden sein mussten nach den Ordensregeln Kapitelsaal, Speisesaal mit Küche, Zellen, ein Krankenhaus und schließlich der „Scheibenbau“ mit der Pforte. Die damals entstandenen Bauten waren schlicht.
Für die Amtszeit der Äbtissin Magdalena Buschmann (1722/39) erwähnt wird der Bau eines Klostergebäudes, der entlang der heutigen Klarastraße in den Jahren 1724-1727 entstand. Zur Verwirklichung war der Konvent auf finanzielle Unterstützung angewiesen, die ihm auch sowohl durch den Kurfürsten als auch adlige Damen und betuchte Mainzer Familien zuteil wurde. Auch dieses Gebäude trug schlichte Formen. Einziges Schmuckelement waren das bis heute erhaltene Portal mit einer Statue der hl. Klara, die dort in Äbtissinnentracht abgebildet ist und eine Madonnenfigur. Derartige Figuren waren allerdings nicht nur künstlerische Elemente am Bau, sondern Teil der barocken Frömmigkeit.

0.3.Nutzung der Gebäude nach 1802

Nach der Säkularisation des Ordens diente das Kloster zunächst der bisher im nun als Priesterseminar genutzten Augustinerkloster untergebrachten Ecole Secondaire. Als sie mangels Schülern ihre Pforten schließen musste, wurden die Gebäude ab 1806 (1808?) von der 1784 entstandenen Hebammenlehranstalt genutzt, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein neues Domizil bezog. Danach wurden die Klostergebäude bis 1942 zu verschiedenen Zwecken genutzt. Nach der Zerstörung erfolgte ein teilweiser Wiederaufbau der Gebäude (1952/53).
Heute befindet sich dort das Bischöfliche Institut für Kirchenmusik. Die ebenfalls wieder aufgebaute Kirche dient wieder gottesdienstlichen Zwecken.

Empfohlene Zitierweise

Rommel, Martina: Mainz - Armklara. Bau- und Kunstgeschichte. In: Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz, URL: <http:⁄⁄www.klosterlexikon-rlp.de/rheinhessen/mainz-armklara/bau-und-kunstgeschichte.html> (Letzter Aufruf: 16.07.19)