Klöster in Rheinhessen

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Geschichtlicher Überblick

Bei dem „Kloster“ Georgenberg in Pfeddersheim handelt es sich um eine Propstei des Benediktinerklosters Gorze. Alter nennt auch den Begriff „Bergkloster“.

Laut G.Dehio erfolgte die Gründung im 10.Jh. W.R.Alter vermutet eine Gründung bald nach dem Jahr 933. Eine Urkunde Chrodegangs von Metz vom 25.5.754 erwähnt erstmals den Ort Pfeddersheim im Zusammenhang mit einer Schenkung von Gütern im Wormsgau an das Kloster Gorze, darunter die basilica in Pfeddersheim. Eine 793 in Gorze ausgestellte Urkunde nennt ein Marienpatrozinium der Kirche von Pfeddersheim.
Eine „in mancher Hinsicht rätselhafte Urkunde“[Anm. 1] berichtet 945 von zwei Kirchen in Pfeddersheim, die im Besitz des Klosters Gorze seien.
I.Spille erwähnt für 1154 die Entsendung eines päpstlichen Legaten, Kardinal Nikolaus von Albano, der einen Streit zwischen der Abtei Gorze einerseits und Bischof und Domkapitel von Worms andererseits um den Zehnten der Pfarrei entscheiden soll. Die Schlichtung dieses Streits war nach Bönnen / Olbrich wahrscheinlich der Anlass für die Errichtung des Priorats in Pfeddersheim. Im Mai 1173 wird urkundlich im Zusammenhang mit der Schlichtung von Auseinandersetzungen des Abtes von Gorze mit dem Pfarrer von Pfeddersheim über die Zehnteinkünfte der Name eines Propstes Eberhard genannt.
Eine Regelung der Zehntrechte in Pfeddersheim erfolgte 1180 vor den Spitzen der Wormser Geistlichkeit. Beteiligt waren der Propst als Vertreter des Abts von Gorze auf der einen und der Pfarrers der Marienkirche auf der anderen Seite, ebenso das Wormser Friedensgericht. Genau geregelt wurden die Rechte des Pfarrers.
Am 17.4.1203 erfolgte die Inkorporation der Pfarrkirche St.Marien in das Kloster Gorze. Einzelheiten zur Pfarrei Pfeddersheim gehen allerdings erst aus dem Wormser Synodale von 1496 hervor. Hier ist die Rede davon, dass dem Propst die Verleihung der Kirche zustand. 
In einer Urkunde vom 4.5.1316 wird nach Wagner die Niederlassung in Pfeddersheim erstmals urkundlich erwähnt. Es findet sich hier der Begriff Georgenberg („in monte S. Georgii“) eigens genannt.

Im 14.Jh. kam es zu einer wirtschaftlichen Krise von Georgenberg. 1359 und 1364 musste der Propst Besitzungen und Renten an Wormser Bürger veräußern; Klosterbesitz musste verpfändet werden.

Auch gegen Ende des 15. Jhs. befand sich die Niederlassung in einem wirtschaftlichen Tief; übernommene Verpflichtungen konnte sie schon lange nicht mehr erfüllen. 1482 wurden Pfandgüter auf Befehl des Wormser Offizials eingezogen und dem Wormser Domkapitel als Gläubiger übertragen.

W.R.Alter erwähnt die Oberbotmäßigkeit des Pfalzgrafen über das Kloster (1485).

1496 verweigerte die Niederlassung Georgenberg den 1495 festgesetzten „Gemeinen Pfennig“ (Steuer), da sie zahlungsunfähig war.

1496 (Wormser Synodale) und 1503 findet sich die Erwähnung einer Stephanskapelle auf dem Friedhof; sie war Ort für Gerichtstagungen. Im Wormser Synodale werden die Altäre Jodoc, Lucia und Ottilia genannt.
Die gleiche Quelle erwähnt den Umstand, dass dem Propst die Verleihung der Kirche St.Stephan in Flamersheim, wo die Propstei Güter besaß, zukam (ZGO 27 (1875), S. 236.) Wagner spricht von der Verleihung der Kirche St.Stephan auf dem Friedhof und des Johannesaltars in der Kapelle auf dem Georgenberg durch den Propst.

Am 10.3.1507 findet sich im Zusammenhang mit einem Streit um unrechtmäßige Bebauung von Klostergut ein urkundlicher Hinweis auf einen Verwalter und Anwalt des „Klosters“ namens Moletti.

Anmerkungen:

  1. Bönnen/ Rinker-Olbrich, S. 10 Zurück

Empfohlene Zitierweise

Martina Rommel: Pfeddersheim - Georgenberg. In: Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz, URL: <http:⁄⁄www.klosterlexikon-rlp.de/rheinhessen/pfeddersheim-georgenberg.html> (Letzter Aufruf: 14.12.18)