Klöster in Rheinhessen

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Kirche

Für den Gottesdienst wurde den Jesuiten durch den Vertrag von 1613 zunächst die Nikolauskapelle des Domes zugewiesen. Am 19.3.1675 legte nach Angaben von Wagner/Schneider der Wormser Domdekan Philipp Wreden von Annecken den Grundstein für ein eigene Kapelle des Ordens. Am 31.10.1676- dem in der protestantisch geprägte Stadt Worms feierlich begangenen Reformationstag - erfolgte die Weihe der dem hl. Josef geweihten Hauskapelle. Vorgenommen wurde sie durch den Mainzer Weihbischof Adolf Gottfried Volusius, der Konvertit war. 

Der Wormser Bischof v. Rodenstein hatte maßgeblichen Anteil gehabt am Entstehen des kaiserlichen Restitutionsedikts von Kaiser Ferdinand (6.3.1629), das die Rückführung der geistlichen Güter verfügte, die seit 1552 an die Protestanten gefallen waren. Die Jesuiten beanspruchten aufgrund dieses Edikts die Magnuskirche, die ehemalige Pfarrkirche des Kollegiatstiftes St.Andreas (incorporiert 1236) . Im Jahr 1717 war die Kirche, die 1689 zerstört worden war, durch die Stadt wieder aufgebaut worden. Dekan und Kapitel des Andreasstiftes sprachen die Kirche dem Orden zu. Am 11.4.1718 wurde die erfolgte Übertragung vom Bischof bestätigt. Im Jahr 1735 allerdings vertrat nach A.Becker das Corpus Evangelicorum beim Reichstag in Regensburg einen Anspruch der Stadt auf die Kirche, die 1521 Ausgangspunkt für die reformatorische Bewegung gewesen war. Der Streit darüber währte bis 1755. Urkundlich war nicht genau nachzuweisen, wem die Kirche am 1.1.1624 gehört hatte. Damit blieb schließlich der Rat der Stadt im Besitz der Kirche. 

Empfohlene Zitierweise

Martina Rommel: Worms - Jesuiten. Kirche. In: Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz, URL: <http:⁄⁄www.klosterlexikon-rlp.de/rheinhessen/worms-jesuiten/kirche.html> (Letzter Aufruf: 20.07.19)