Klöster in Rheinhessen

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Stadtgeographische Lage und Besitz

1609 wird in einem Bericht die Bischöfliche Pfalz als Behausung genannt[Anm. 1]. Bei Wagner/Schneider ist von Wohnungen hinter dem sog. Greifenklauer Hof die Rede[Anm. 2]
Der Bischof übertrug den in Worms wirkenden Jesuiten als Wohnung das Haus des Dompredigers Zum roten Kolben.
Im Jahr 1612 bereits hatten, so B.Keilmann, Bauarbeiten für ein Kollegsgebäude begonnen (Ecke Seminariumsgasse / Luginsland). Im Jahr 1627 beklagte der Ordensgeneral nach B.Duhr nicht nur den in seinen Augen unzureichenden Unterhalt der Niederlassung, sondern auch das Fehlen einer angemessenen Wohnung für die Ordensleute.
Im Zusammenhang mit der Rückkehr der Jesuiten nach Worms (1635) nennt Duhr als Behausung den Ottenberger Hof, in dem sie auch die Katechesen abhielten.

Beim Stadtbrand am 31.5.1689 wurde das Kollegsgebäude zerstört. Nach ihrer Rückkehr wurde der Neubau des Kollegs auf dem bisherigen Grundstück errichtet. Als jedoch eine Verbindung des Gebäudes mit einem anderen, dem Orden gehörenden, an der Stadtmauer zwischen dem Andreastor und Luginsland liegenden und ebenfalls zu reparierenden Haus vorgenommen werden sollte, versagte der Rat dazu die nötige Zustimmung.
1704 ließen die Jesuiten – A.Becker spricht einmal mehr davon, dass der Orden sich dazu vermessen habe – gegenüber dem Kollegsgebäude ein eigenes Schulgebäude errichten, angeblich ohne die Genehmigung des Rates einzuholen, der gegen die Baumaßnahme protestierte. Streitigkeiten um die Baulast zogen sich bis ins Jahr 1707.

Im Zusammenhang mit der Aufhebung der Niederlassung (1773) erwähnt A.Becker Landbesitz des Ordens in Gerolsheim und Heuchelheim (jeweils 40 Morgen Land); ebenso sei am 4.9.1773 von Gütern und Inventar in Dirmstein Besitz ergriffen worden.

Anmerkungen:

  1. Vgl. Duhr 2.1, S. 174 Zurück
  2. Vgl. Wagner/Schneider S. 495 Zurück

Empfohlene Zitierweise

Martina Rommel: Worms - Jesuiten. Stadtgeographische Lage und Besitz. In: Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz, URL: <http:⁄⁄www.klosterlexikon-rlp.de/rheinhessen/worms-jesuiten/stadtgeographische-lage-und-besitz.html> (Letzter Aufruf: 16.07.19)