0.Besitzgeschichte

Schon bei der Gründung wurde dem Stift Besitz bestätigt: zum einen handelte es sich dabei um das Recht der Verfügung über Hörige, dann aber ist vor allem der Besitz von Land (Wiesen, Weinberge, Ackerland, Wasserläufe, Teiche) und Mühlen genannt. Wahrscheinlich war also schon vor der Gründung des Stiftes eine Ausstattung der Klerikergemeinschaft aus Gütern des Wormser Domkapitels und /oder aus Familiengütern der Stifter erfolgt. Der Umfang des Besitzes war den Beteiligten bekannt, so dass auf eine detaillierte Aufzeichnung verzichtet werden konnte.
Eine Schenkung erfolgte 1299 durch das Testament des Ritters Dirolf und seiner Frau Agnes.
Gemessen an anderen Stiften waren die Besitzverhältnisse des Liebfrauenstiftes stets bescheiden. Schon um 1300, also unmittelbar nach der Gründung des Stiftes, wurde aus wirtschaftlichen Gründen eine Änderung hinsichtlich der liturgischen Pflichten der Kanoniker vorgenommen. Ihre Aufgaben wurden reduziert: das Stundengebet war nur noch durch sechs der Priester zu verrichten.
Aus dem Jahr 1512 datiert eine genaue Beschreibung des Stiftsbesitzes. Jede der zwölf Präbenden besaß danach 2,5 Morgen Land, bestehend aus Ackerland und Weinbergen).
Besitzkomplexe des Stiftes lagen bei Ladenburg und Wimpfen sowie in der Kurpfalz in der Nähe der Stadt Worms
Das Stift besaß zudem Hausgrundstücke in Worms.
Bei der Versteigerung der säkularisierten Stiftsgüter, nun Nationalgüter, zu Beginn des 19.Jh. ist für das Liebfrauenstift außer in Worms Besitz verzeichnet in Bermersheim, Edigheim, Frettenheim, Herrnsheim, Mörsch, Osthofen und Pfeddersheim.

0.1.Wirtschaftsordnung

Schon 1120/30 ist im geographischen Umfeld des Stiftes Weinbau nachgewiesen.
Eine wichtige Einnahmequelle für das Stift waren die Spenden anlässlich der Wallfahrten zum Gnadenbild. Sie gingen während der Reformationszeit zurück und entfielen schließlich.

Empfohlene Zitierweise

Rommel, Martina: Worms - Liebfrauen. Besitzgeschichte. In: Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz, URL: <http:⁄⁄www.klosterlexikon-rlp.de/rheinhessen/worms-liebfrauen/besitzgeschichte.html> (Letzter Aufruf: 17.11.17)