Klöster in Rheinhessen

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Allgemeine Bemerkungen

Gemäß Wormser Synodale (1496), das durch H. Eberhardt ausgewertet wurde, und nach C.J.Villinger waren 12 Pfarreien dem Stift incorporiert. Erfasst sind in dem Synodale nur die Pfarreien, die auf dem Territorium des Bistums Worms lagen. Neben dem Wormser Domkapitel standen dem Cyriacusstift nach C.J.Villinger die meisten Patronate zu.
Über die bei C.J.Villinger genannten Pfarreien hinaus erweitert Schnabel die Liste.

 Auf Basis der Forschungen von H.Eberhardt, C.J.Villinger (Vgl. Villinger, S. 66-68) und B.Schnabel (Vgl. Schnabel, S. 200) kann eine Liste von Pfarreien aufgestellt werden, in denen das Cyriacusstift Rechte besaß.

1224 bestätigte das Kapitel St.Cyriacus die Übertragung des Patronatsrechts an der Kirche in Weinheim / Bergstr. an Kloster Neuburg durch den Abt von Lorsch[Anm. 1]
Unter dem Druck „rasch wachsender wirtschaftlicher Schwierigkeiten“, so C.Kleinjung, veräußerte im Jahr 1390 das Kloster Kirschgarten die ihm incorporierte Pfarrei  Haßloch „zusammen mit einem Hofgut an das Kollegiatstift St.Cyriacus in Neustadt (Sic!), welchem die Pfarre (!) 1418 endgültig incorporiert wurde“[Anm. 2]. Die hier genannte Incorporation bezieht sich allerdings auf das Stift U.L.F und St.Aegidius in Neustadt[Anm. 3].

Incorporierte Pfarreien

Eberhardt / Villinger
Alsheim (auch Oberalsheim), St.Marien (lt. Mahlerwein St.Bonifatius Im Wormser Synodale genannt (Vgl. Eberhardt, S. 108) Baulast Chor der Kirche, Pfarrhaus
(Feil-)Bingert Im Wormser Synodale nicht genannt
Ebernburg (Ebernberg?) Nach Villinger und Schnabel Pfarrkirche 1212 incorporiert; In Wormser Synodale nicht genannt A.U.Friedmann spricht davon, dass Bischof Hildibald dem Cyriacusstift Ebernburg –(das heutige Bad Münster-Ebernburg / Nahe) verschafft habe (Vgl. Friedmann, S.24)
Eppelnheim (bei Schnabel Eppelheim) bei Heidelberg, St.Bartholomäus Im Wormser Synodale genannt (Vgl. Eberhardt, S. 108) Baulast an Chor der Kirche, Pfarrhaus; Beschaffung von Ornaten für Hochaltar
Eppstein bei Frankenthal, St.Cyriacus 1293 Im Wormser Synodale genannt (Vgl. Eberhardt, S. 108) Baulast an Kirche, Chor; Beschaffung von Ornaten
Friesenheim Im Wormser Synodale genannt (Vgl. Eberhardt, S.109), dort dem Kollegiatstift Neustadt zugeordnet Lt. Schnabel Patronatsrecht; Keddigkeite ordnet Friesenheim dem Stift ULF und St.Ägidius in Neustadt zu (Vgl. Keddigkeit, S. 247)
Herrnsheim, St.Peter Im Wormser Synodale genannt (Vgl. Eberhardt, S.108) Baulast an Chor, Kirchenschiff, Dach, Fenster, Eingangsportal; Pfarrhaus; Beschaffung von Ornaten
Hochheim (= heute Worms-Hochheim) Laut Schnabel Patronatsrecht Bei Schnabel als Filiale von Ebernburg bezeichnet. Im Wormser Synodale wird Hochheim genannt, dort dem Wormser Kollegiatstift St.Andreas (Vgl. Eberhardt, S.109) zugeordnet; ebenso bei Weirich, Der Propst des Andeasstift hatte die Pfarrkirche 1141 seinen Kanonikern überlassen (Vgl. Baur II, Nr. 6); 1228 beurkundete der Wormser Dompropst die Übertragung des Patronats vom Kapitel auf Dekan und Kantor des Stifts (Vgl. Baur I, Nr. 16)
Hofheim Nach Villinger durch Bischof Lupold 1212 Pfarrkirche incorporiert (Vgl. Villinger, S. 66, S. 77. Reg. Nr. 38) Bei Schnabel nicht aufgeführt
Ilvesheim, St.Peter (1308) Bei Villinger genannt; Im Wormser Synodale genannt; dort Patronatsrecht dem Wormser Domkapitel zugeordnet (Vgl. Eberhardt, S. 106)
Kirchheim bei Heidelberg, St.Peter (1286) Die Wormser Chronik berichtet, dass Bischof Simon von Schoeneck (1283/91) 13. Kal. Aprilis 1286, dem Stift gewährt habe (Dedit etiam literam ad incorporationem ecclesiae in Kirchheim) (Vgl. Boos, Annalen, S. 63). Im Wormser Synodale genannt (Vgl. Eberhardt, S. 108) Baulast an Chor und Pfarrhaus Laut Schnabel Patronatsrecht
Kirschgartshausen (auch: Kirschgartenhausen), Kapelle St.Gangolf Im Wormser Synodale nicht genannt Laut Schnabel Patronatsrecht
Mörstadt (auch Mergstadt, St.Cyriacus 1379; 1390 bestätigt Im Wormser Synodale genannt (Vgl. Eberhardt, S. 108) Baulast an Chor und Schiff der Kirche sowie am Pfarrhaus Laut Schnabel Patronatsrecht
Neuhausen Laut Schnabel Patronatsrecht
Obersülzen; Dekanat Leiningen Bei Villinger fälschlicherweise Hohen-Sülzen, St.Mauritius (Vgl. Vilinger, S. 66) Im Wormser Synodale genannt (Vgl. Eberhardt, S. 108) Baulast an Chor und Kirchenschiff sowie dem Pfarrhaus; Beschaffung von Ornaten und Messwein; Unterhaltung des Ewigen Lichtes Laut Schnabel Patronatsrecht
Offstein, St.Martin 1212 incorporiert 1296 Schenkung eines Benefiziums Im Wormser Synodale genannt (Vgl. Eberhardt, S. 108), Baulast an der Friedhofsmauer, die auch um Kirche und Pfarrhaus herumführte
Rohrbach (Heute: Heidelberg-Rohrbach) (Filiale von Kirchheim,) Im Wormser Synodale genannt (Vgl. Eberhardt, S.72)
St.Cyriacus Im Wormser Synodale genannt (Vgl. Eberhardt, S. 108), Patronat fiel dem Propst zu Baulast an Chor und Pfarrhaus; Beschaffung von Ornaten und Messwein
Waibstadt (Kirche von Eschelbronn) Laut Schnabel Patronatsrecht. Laut Villinger 1358 von den Herren von Zwingenberg an den Propst von St.Cyriacus verkauft (Vgl. Villinger, S. 84 Reg. Nr. 97)
Waldülversheim Im Wormser Synodale genannt (Vgl. Eberhardt, S 109); dort Patronat dem Mainzer Kollegiatstift St.Gangolf zugeordnet Laut Schnabel Patronatsrecht
Weißenheim a. Sand, St.Cyriacus und Hl.Kreuz 1284 Im Wormser Synodale genannt (Vgl. Eberhardt, S. 108) Baulast an Chor, Schiff, Dach und Eingang der Kirche sowie am Pfarrhaus; Beschaffung von Messwein, Salz und (liturgischen) Büchern
Winnweiler Im Wormser Synodale nicht genannt. Laut Villinger wurde „1222 ...bei einem Verkauf das Patronatsrecht samt dem Zehnten in Winnweiler dem Stift vorbehalten“, dann aber „auch abgegeben“ (Villinger, S. 66, S. 77, Reg. Nr. 42). Lt. Schnabel: 1321 incorporiert
Weiter werden bei Villinger genannt (Vgl. Villinger, S. 66)
Neckarau Im Wormser Synodale genannt; dort Patronat dem Zisterzienserkloster Schönau zugeschrieben (Vgl. Eberhardt, S 110) Patronat Laut Villinger 1358 von den Herren von Zwingenberg erworben
Ottersheim Bistum Speyer Patronatsrecht an Kirche 1291

Anmerkungen:

  1. Vgl. Villinger, S. 77, Reg. Nr. 43 Zurück
  2. Kleinjung, S. 97 Zurück
  3. Vgl. Kemper, S. 220; Palatia Sacra 1.5, S. 73-77, hier 75 f.; Keddigkeit, S. 247 Zurück

Empfohlene Zitierweise

Martina Rommel: Worms - Neuhausen, St. Cyriacus. Incorporierte Pfarreien. In: Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz, URL: <http:⁄⁄www.klosterlexikon-rlp.de/rheinhessen/worms-neuhausen-st-cyriacus/incorporierte-pfarreien.html> (Letzter Aufruf: 23.09.19)