Klöster in Rheinhessen

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Stiftsgebäude und Kirche

B.Schnabel spricht von einer „völlig fehlenden Kenntnis der mittelalterlichen Kirchen- und Stiftsbauten“[Anm. 1], von denen keinerlei Reste mehr vorhanden seien. Eine Stadtansicht von 1621/22 stelle die Anlage nur schematisiert dar.

Stiftsgebäude

Man beklagte im 11.Jh. die Verfolgung durch Räuber; die Gebäude werden als alt, ruinös und verlassen bezeichnet. C.J.Villinger verweist auf eine Urkunde, aus der hervorgehe, dass Bischof Burchard von Worms die baufälligen Gebäude des Stiftes habe wieder aufbauen lassen.
Die Ummauerung des Stiftsbezirks wies nach B.Schnabel „fortifikatorische Merkmale“[Anm. 2]auf.  Für die Zeit bald nach 1000 spricht Schnabel von der Zerstörung dieser Mauer. Später wird eine Ummauerung nicht mehr erwähnt. Reste, so B.Schnabel, seien noch vorhanden (Stiftsstraße 19).
Im Jahr 1406 sah sich das Kapitel „gezwungen, den Erwerb von Stiftshäusern im Immunitätsbezirk durch Kanoniker mit Einkünften zu verlangen“[Anm. 3]. Die Gebäude waren „in einem sehr schlechten Zustand“, da sie „offensichtlich längere Zeit unbewohnt“[Anm. 4]gewesen waren.
Neben der nach 1480 entstandenen Kirche befanden sich nach B.Schnabel mehrere „Baukomplexe“, unter denen „wohl“ die Propstei, die Dekanei und Behausungen der Kanoniker gewesen seien.

Kirche und Altäre

In Neuhausen bestand keine weitere Kirche neben der Stiftskirche. Die Kirche war auch Grablege von Wormser Bischöfen. Nach Angaben der Chronik des Klosters Kirschgarten wurde 998 in Neuhausen der Wormser Bischof Hildebold bestattet; 1107 Bischof Adalbert.
1138 ließ, so Villinger, Propst Adalbert Kirchtürme in Neuhausen erbauen.
1386 kam es zur Zerstörung und Plünderung der Kirche durch Wormser Bürger.
Nach 1480 entstand eine Kirche in spätgotischem Stil mit einem viergeschossigen Turm.  Die Klausur, so B.Schnabel, „scheint im Norden zu liegen“[Anm. 5], im Osten und Westen zweigeschossige Flügel. Im Norden befand sich ein eingeschossiger Bauflügel. 

Für das Jahr 1502 verweist Villinger auf eine Eintragung im Tagebuch des Reinhard Noltz, die auf das Vorhandensein mehrerer Glocken hindeutet. Über das Aussehen der Kirche ist wenig bekannt. Über dem Eingang befand sich – ein Verweis auf das Patrozinium – eine Darstellung Christi als Salvator Mundi.

Für das Jahr 1507 nennt B.Schnabel folgende Altäre[Anm. 6]:

Petrus                                     geweiht 1290

Maria Magdalena                      geweiht 1290

Heilig Kreuz

Jodok

Katharina

Michael

Maria

Johannes

Nikolaus

Nazarius

Wie in anderen Stiften auch, war der Kreuzaltar der Altar, an dem die Messe für die Laien gefeiert wurde.
Eine Darstellung Merians von Neuhausen (1650) zeigt im Norden des Ortes eine Kirche mit Turm. Im Jahr 1793 wurden die Kirche wie auch die Stiftsgebäude zerstört.
B.Schnabel verweist auf eine Kapelle St.Katharina innerhalb des Stiftsbezirks[Anm. 7].

Anmerkungen:

  1. Schnabel, S. 203 Zurück
  2. Schnabel, S. 184 Zurück
  3. Schnabel, S. 188 Zurück
  4. ebd. Zurück
  5. Schnabel, S. 203 Zurück
  6. Vgl. Schnabel, S. 206 Zurück
  7. Vgl. Schnabel, S. 205 Zurück

Empfohlene Zitierweise

Martina Rommel: Worms - Neuhausen, St. Cyriacus. Stiftsgebäude und Kirche. In: Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz, URL: <http:⁄⁄www.klosterlexikon-rlp.de/rheinhessen/worms-neuhausen-st-cyriacus/stiftsgebaeude-und-kirche.html> (Letzter Aufruf: 21.05.19)