Ehemaliges Augustinerkloster Hillesheim

Hotel Augustinerkloster

Einen malerischen Blick einstiger Wehrhaftigkeit vermittelt die mittelalterliche Stadtbefestigung des Eifelstädtchens Hillesheim mit den zinnen- und turmbekrönten Mauern. Außerhalb des städtischen Schutz- und Verteidigungswerks (ad oppidi moenia) gründete Johann II. von Reifferscheid gegen Ende des 13. Jahrhunderts ein Kloster. In dessen Kirche wurde der Stifter nach seinem Tod begraben. Mit dem Bau der Anlage soll um 1250 begonnen worden sein. Für die Betreuung der Gründung waren wohl Augustinereremiten bestimmt. Da sie jedoch erst 1256 von Papst Alexander III. zu einem Orden vereinigt wurden, erfolgte sicherlich die Gründung des Klosters erst nach diesem Jahr.

Wohl als Folge von familiären Streitigkeiten sah sich Markgrafen Wilhelm genötigt, Erzbischof Balduin eine Schuldverschreibung auszustellen. Da sie nicht eingelöst wurde, zog sie der Trierer Kirchenfürst 1353 mit kaiserlicher Genehmigung ein. Hillesheim wurde zu einem Hauptort im Trierischen Machtbereich.

Unterm Krummstab ließ sich gut leben! Das stellten bald auch die Augustiner fest. Im 14. und 15. Jahrhundert ließen großzügige Schenkungen und Stiftungen deren Konvent wirtschaftlich wachsen. Doch mit dem Reichtum kamen auch Gefahren für die klösterliche Reputation.  Um 1550 traten viele Mönche zum Protestantismus über und verließen ihre Gemeinschaft. Der Wohlstand wurde weniger; dafür wuchsen die Schulden. 1569 schloss der Trierer Erzbischof das Kloster. Gut 100 Jahre später konnten zwischen 1659 und 1663 die Mönche ihre schlichte Dreiflügelanlage erneut beziehen.
Wiederholt gefährdeten kriegerische Rahmenbedingungen in den folgenden Jahrzehnten die Existenz von Kloster und Stadt. 1802 wurde der Konvent aufgelöst und die Klostergebäude für 946 Taler verkauft. 1982 ist die ehemalige Kirche, zuletzt auch als Gerberei genutzt, abgerissen worden.

Allgemeines

Name Augustinerkloster
Ordenszugehörigkeit Augustinereremiten
Topographische Lage Hillesheim liegt in der Vulkaneifel, im Westeil der gleichnamigen, geologisch höchst interessanten Kalkmulde.
Kirchliche Zugehörigkeit ab 1310 im Eifeldekanat des Erzbistums Köln, 1352 verpfändet an Erzbischof Balduin von Trier, seither nördlichster Stützpunkt des Erzbistums Trier. 1803 wird Hillesheim Kantonalpfarrei im Bistum Trier.
Territoriale Zugehörigkeit frankisches Königsgut, Eifelgau, luxemburgisches Lehen im Besitz derer von Reifferscheid und Wildenburg, kurtrierisches Amt Hillesheim, nach 1794 Hauptort der Generaldirektion Trier, Mairie im Kanton Gerolstein des Arrondissements Prüm, Saardepartement; am 8. Februar 181 werden Preußen die ehemaligen Territorien von Kurtrier und Kurköln zugesprochen. Hillesheim gehört als Amtsort zum Kreis Vulkaneifel im Regierungsbezirk Trier.
Klosterleitung Prior
Gründungsjahr nach 1260
Gründer Johann II. von Reifferscheid
Frühere Benennungen hildenesheim (816), uilla hillesheim in pago heflinse, villa Hillesheym (943) „Hillesheimense“(actis Monasterii), Hillisem (1536)
Patrozinium hl. Martin
Aufhebung 1802
Spätere Nutzung zuletzt Gerberei, danach Abriss 1982; Wellness- und Sporthotel „Augustiner Kloster" in Teilen des ehemaligen Klosters

Empfohlene Zitierweise

Brauksiepe, Bernd: Hillesheim - Kloster Hillesheim. In: Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz, URL: <http:⁄⁄www.klosterlexikon-rlp.de/eifel-ahr/hillesheim-kloster-hillesheim.html> (Letzter Aufruf: 23.08.17)