Bau- und Kunstgeschichte Kloster Marienberg (Boppard)

0.1.Kirche

Kirchturm Kloster Marienberg[Bild: Ann Kristin Pfeifer/IGL]

Nach der gefälschten Gründungsurkunde war eine Marienkapelle Vorgängerin des Klosters. 1147 wird dann eine Cella B. Marie als Besitz des Trierer Klosters St. Eucharius erwähnt. Weitere Nachrichten zum Bau der Klosterkirche und den dazugehörigen Gebäuden sind nicht erhalten. Fertiggestellt war die Marienberger Kirche aber sicher am Ende des 13. Jahrhunderts, da sie 1225 schon als Grablege für den Bopparder Adel dient. Ein Marienaltar wurde 1299 durch den Trierer Erzbischof Boemund geweiht. 1663 wurde mit Unterstützung des Trierer Erzbischofs Karl Kaspar, der 100 Tonnen Kalk zur Verfügung stellte, das Chorgewölbe der Klosterkirche in Stand gesetzt. 1736 wurden der Kreuzgang erneuert und die Kirche neu verputzt und geweißt.
„Vor dem Brand 1738 stellte sich Marienberg wie folgt dar: Bei dem oberhalb der mittelalterlichen Stadtmauern am Hang Boppards gelegenen Klosterkomplex handelte es sich um eine vierflügelige, zweigeschossige Anlage. An der Nordseite befand sich die Kirche, ein einschiffiges Langhaus mit sechs Rundbogenfenstern. Der anschließende Chor endete mit einem fünfseitig gebrochenen Schluss. Die St. Anna-Kapelle und die Sakristei waren nördlich dem Langhaus vorgelagert. Westlich an die Kirche schloss sich das Krankenhaus an. Östlich setzte sich der Trakt über den Ostflügel hinaus fort und es schloss sich nach Norden die Kellerei an. Diese Gebäude waren, bedingt durch die Hanglage, dreigeschossig. Südlich der Anlage oberhalb des Oberhofes befanden sich die Stallungen.“ (C. Jaeschke, Boppard Marienberg, S. 91).
Am 10. März 1738 zerstörte ein Feuer den größten Teil der Klosteranlage, auch der Kirchturm mit den Glocken wurde vernichtet. Bereits sechs Tage später begann man mit den ersten Sicherungs- und Wiederherstellungsarbeiten, am 22. Mai wurde der neue Grundstein gelegt. Ein neuer Glockenturm entstand, für den fünf neue Glocken gegossen wurden. Der Wiederaufbau der vierflügeligen Anlage zog sich bis 1770 hin. 1789 wurde die baufällig gewordene St. Anna-Kapelle abgerissen.
Nach Verkauf der Klostergebäude im Jahre 1802 wurde auch die Kirche abgetragen.

Altäre

Zwischen 1452 und 1603 werden folgende Altäre erwähnt, die dem Kloster bzw. seinem Konvent inkorporiert werden: Altäre der Jungfrau Maria, St. Anna, St. Benedikt, St. Matthias und St. Nikolai, St. Antonius, Katharina, St. Erasmus und Heilig-Kreuz.

Orgel

1647 vermachte Kaspar Merbis, Kanoniker zu Münstermaifeld, dem Kloster Marienberg sein Orgelpositiv, welches 1662 durch eine größere Orgel ersetzt wurde. 1756 wurde diese überholt und gestimmt.

Glocken

Nachdem bei dem Brand vom 10. März 1738 auch der Kirchturm mit den Glocken vernichtet worden war, wurden für den neuen Glockenturm fünf neue Glocken gegossen.

Empfohlene Zitierweise

Schmid, Reinhard: Boppard - Kloster Marienberg. Bau- und Kunstgeschichte. In: Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz, URL: <http:⁄⁄www.klosterlexikon-rlp.de/mittelrhein-lahn-taunus/boppard-kloster-marienberg/bau-und-kunstgeschichte.html> (Letzter Aufruf: 20.11.19)