Klöster am Mittelrhein

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Geschichtlicher Abriss Kloster Oberwerth (Koblenz-Oberwerth)

Klostergeschichte

Die Anfänge des Benediktinerinnenklosters auf dem Oberwerth in Koblenz liegen in der Mitte des 12. Jahrhunderts. Damals bestand auf einer ungefähr einen Kilometer oberhalb des Koblenzer Stadtgebietes gelegenen Rheininsel ein Frauenkonvent, über dessen monastische Ausprägung allerdings nichts bekannt ist. Dieser war in größte wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten und stand kurz vor der Auflösung. Die verbliebenen Angehörigen erklärten sich bereit, die Benediktinerregel anzunehmen und erhielten von Erzbischof Albero von Trier im Jahre 1143 den jeweiligen Abt des Klosters St. Matthias bei Trier als geistliches und weltliches Oberhaupt zugewiesen. Enge Beziehungen bestanden aber auch zum Koblenzer Benediktinerkloster St. Beatusberg, da der Trierer Erzbischof Dietrich II. von Wied im Jahre 1215 die Verbindung zwischen beiden aufhob.

Zum weltlichen Beschützer wählten die Klosterfrauen Wilhelm von Helfenstein, den Angehörigen einer bedeutenden Trierer Ministerialenfamilie, der auf einer benachbarten rechtsrheinischen Burg seinen Sitz hatte. Dieser erwies sich als großer Förderer des Klosters, der wesentlich zu seinem Bau beitrug. Die Grundlagen für den Klosterneubau hatte allerdings ein Kanoniker des Koblenzer Stifts St. Florin geschaffen, als er den Nonnen wohl gleich 1143 Land schenkte, auf dem die Klostergebäude errichtet werden konnten. Viele Schenkungen von benachbarten Adelsfamilien ermöglichten einen raschen Aufschwung des Klosters. Im Kreise des benachbarten Adels war das Kloster auch im Hinblick auf seine Angehörigen fest verankert. „Die weitere Entwicklung des Klosters nach der Gründungsphase verlief, soweit die wenigen Quellen dies erkennen lassen, eher unspektakulär, wirtschaftlich erlebte der Konvent weder große Einbrüche noch herausragende Zuwächse“[Anm. 1].

Eine Gefahr für das Kloster waren die häufigen Überschwemmungen, die teilweise schwere Schäden an Kirche und Klostergebäuden anrichteten. 1776 begann man mit einem völligen Neubau der gesamten Klosteranlage, der 1779 vollendet war, freilich nur noch wenige Jahre vor dem Ende des Klosters. 1794 verließen die Schwestern dieses beim Einmarsch der Franzosen, 1802 schließlich wurde es aufgehoben.

Anmerkungen:

  1. D. Kerber, Koblenz-Oberwerth, S. 265) Zurück

Empfohlene Zitierweise

Schmid, Reinhard: Koblenz-Oberwerth - Benediktinerinnenkloster. Geschichtlicher Abriss. In: Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz, URL: <http:⁄⁄www.klosterlexikon-rlp.de/mittelrhein-lahn-taunus/koblenz-oberwerth-benediktinerinnenkloster/geschichtlicher-abriss.html> (Letzter Aufruf: 13.04.21)