Standort

GEO:50.3620681,7.5972487

Hinweise

Öffnungszeiten

Die Kirche ist in den Sommermonaten täglich von 10:30 Uhr bis 17:30 Uhr geöffnet. Von Mitte Mai bis Ende September finden zahlreiche künstlerische und thematische Ausstellungen und Veranstaltungen statt. Über Konzerte, Vorträge und besondere Gottesdienste unterrichtet ein gesondertes Programmheft, welches jeweils im Mai erscheint.

Führungen

Eine Führung "Steine erzählen vom Glauben" durch die Koblenzer Kirchen kann nach Absprache mit Koblenzer Pfarramt Herz-Jesu gebucht werden.


Stift St. Florin (Koblenz)

St. Florin - Hauptfassade

Das Stift St. Florin wurde um 940 durch Herzog Hermann I. von Schwaben aus dem Hause der lahngauischen Grafen der Konradiner gegründet. Es lag im Bereich der Königspfalz bei einer bereits bestehenden Marienkirche. Vom Gründer, der auch Graf in Rätien und Unterrätien war, erhielt die Kirche Reliquien des Priesters Florinus aus Remüs (heute Ramosch) im Unterengadin, so dass schon 949 das Florinuspatrozinium neben dem Marienpatrozinium  erscheint und sich in der Folgezeit auch als Bezeichnung des Stifts durchsetzt. Dennoch blieb Maria Hauptpatronin des Stifts. Unter Erzbischof Bruno, der zuvor Propst von St. Florin war (1084-1102), wurde um 1100 ein Neubau der Kirche errichtet, der weitgehend dem heutigen Bau entspricht. Um 1350 wurde mit dem Neubau des gotischen Chores begonnen.
Durch die vierzehntägige Beschießung 1688 wurde die Kirche stark beschädigt, so dass das Mittelschiffsgewölbe in den Jahren 1708-11 neu gewölbt werden musste. Nach der französischen Besetzung der Stadt wurden die Stiftsgebäude 1795 als Fouragemagazin genutzt, 1798 bestand sogar der Plan, in der Kirche einen Schlachthof einzurichten. 1802 wurde das Stift aufgehoben. Altäre, Kanzel und Chorgestühl wurden verschleudert, zahlreiche Grabdenkmäler wurden zerschlagen. 1811 wurden der Kreuzgang, die Stiftsgebäude und das alte Schulhaus abgebrochen.
1818 übergab König Friedrich Wilhelm III. die Kirche der evangelischen Zivil- und Militärgemeinde und bewilligte eine größere Summe Geldes für die Instandsetzung  des stark in Mitleidenschaft gezogenen Kirchenbaus sowie für die Anschaffung einer neuen Orgel und von Glocken. 1820 konnte die Kirche  nach ihrer Wiederherstellung wieder geweiht werden und dient seitdem als evangelische Pfarrkirche.

Empfohlene Zitierweise

Schmid, Reinhard: Koblenz - Stift St. Florin. In: Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz, URL: <http:⁄⁄www.klosterlexikon-rlp.de/mittelrhein-lahn-taunus/koblenz-stift-st-florin.html> (Letzter Aufruf: 22.08.17)