Bau- und Kunstgeschichte Kapuzinerkloster (Cochem)

Aufbau der Klosteranlage

Nach Plänen des  Kapuzinermönchs  Michael von Gent (Architekt des bedeutenden Wasserschlosses Raesfeld, Borken) wurde 1625 mit der Errichtung der Kirche begonnen. 1628 konnte der erste Bauabschnitt mit Kirche, Krankensaal und Ostflügel abgeschlossen werden. Zwischen 1632 bis 1634 mussten die Arbeiten ruhen. Cochem wurde von Schweden und Spaniern belagert. Weihbischof Otto von Senheim vollzog am 18.Juli 1635 die feierliche Konsekration der Klosterkirche. Im Anschluss daran erfolgte die Errichtung des Nordflügels, des Klosters und eines Kreuzgangs. Der Klostergarten erhielt 1637 eine Mauer rings um das Gelände. Ein Jahr später entstanden die ersten Treppen, die zur klösterlichen Anlage hinaufführten. 1659 wurde ein zweiter Zugang auf der Südseite der Anlage mit Stufen durch Gärten angelegt.  

Nach den Zerstörungen von 1689 (Kloster zum Teil, Kirchendach vollständig) erfolgte ein weiterer Ausbau des Klosters durch eine Vergrößerung der Kirche nach Westen um ca. 8 m. Gleichzeitig wurde der Westflügel des Klosters an die westliche Abschlussmauer des Kreuzgangbereichs angeschlossen. Dazu gehörte auch der weiter nach Westen reichende südliche Durchgang zum Kreuzgang im Erdgeschoss. In dieser Bauphase entstanden alle vier Kreuzgangflügel. Weitere Treppenanlagen erschlossen Kirche und Kloster 1732 und 1754.

1753 wurde dem Ostflügel der Anlage unter Nutzung der Stadtmauer ein Gästetrakt angefügt.

Die Anlage in Cochem entsprtich nach Einschätzung von Hümerich der üblichen Bauweise in der Rheinischen Kapuzinerprovinz. Sie hat ihre ursprüngliche - trotz der seit knapp 200 Jahren laufend vorgenommenen Veränderungen im Innern - kapuzinische Herkunft größtenteils bewahrt.

Materielle Kulturgeschichte

Ausstattung

Die Kirche war mit drei Altären, sechs Beichtstühlen, einer vom Kreuzgang zugänglichen Kanzel sowie mit einer Reihe von Tafelgemälden ausgestattet. Deren Qualität wird in der Literatur unterschiedliche bewertet.

Nach Aufhebung des Klosters 1802 blieb die bisherige Kirchenausstattung bei der Pfarrei, die beim späteren Verkauf der Klosterkirche an die Stadt die Ausstattung entfernte. Der frühere Hochaltar von 1625, ohne die Seitenteile, befindet sich heute im Stiftshospital Andernach, je ein Seitenaltar von 1660 steht in Peterswald/Hunsrück und in Antweiler/Ahr. Der Verbleib der Kanzel von 1770, der sieben Beichtstühle und der elf einfachen Tafelgemälde um 1750 ist derzeit nicht zu ermitteln.

Authentische und schöne Wappensteine befinden sich am heutigen Kulturzentrum.

Empfohlene Zitierweise

Brauksiepe, Bernd: Cochem - Kapuzinerkloster. Bau- und Kunstgeschichte. In: Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz, URL: <http:⁄⁄www.klosterlexikon-rlp.de/mosel-saar/cochem-kapuzinerkloster/bau-und-kunstgeschichte.html> (Letzter Aufruf: 21.09.19)