Geschichtlicher Abriss Kapuzinerkloster (Cochem)

0.1.Cochem

Urkundlich wurde Cochem 866 anlässlich von Schenkungen der Grafen Irimfried und Sigirich an das Kloster Prüm erwähnt. Auch die edle „Matrone“ Hiedilda, soll hier im gleichen Jahr dem Kloster Prüm ein Haus „in villa cuchuma“ übereignet haben. Die Siedlung muß wohl schon Pfarrei gewesen sein, denn bereits 857 wurde Cond von Cochem pfarramtlich abgezweigt. Nach der Gründung der Burg durch Pfalzgraf Ezzo (+1034) waren Stadt und Burg von 1151 – 1294 als „Cochemer Reich“ mit fünfzig umliegenden Orten an der Mosel und im Maifeld Reichsgutbesitz. Als königliche Zollstätte wanderte Cochem als Lehen von einer Hand in die andere. So war 1294 Adolf von Nassau auf Grund ständig leerer Kassen gezwungen, die „Castra Kocheme et Clottene“ an Erzbischof Boemund I. zu verpfänden.

Dafür mußten 50 Ritter sechs Monate lang den König auf seinem Zug nach Rom begleiten. Adolfs Nachfolger König Albrecht I. von Österreich (1298-1308) konnte das Pfand „mangels Masse“ nicht wieder einlösen und mußte den Trierer Erzbischof  zum erblichen Burggrafen von Cochem ernennen. Unter Erzbischof Balduin (1307-1354) wurde die Stadt Sitz eines kurtrierischen  Amtes und erhielt eine aufwendige Befestigungsanlage. Für Cochem begannen prosperierende Zeiten.

0.2.Klostergründung auf Bürgerinitiative

Auf einem Kupferstich von 1576 über Cochem von Braun und Hogenberg steht ein als Kempelen bezeichnetes Burghaus, das innerhalb des Stadtberings aus einem dicken Rundturm, einem rechteckigen Haus mit abgewalmten Satteldach und einer eigenen Ummauerung bestand. Dieses – damals verlassene - Anwesen erhielten die Kapuzinerpatres Vincenz von Vianden und Lucas von Maring (Guardian im Trier Kapuzinerkloster) vom Kurfürst Lothar von Metternich als Geschenk. Anlass dafür war eine Initiative Cochemer Bürger, die sich mit der Bitte an die Patres gewandt hatten, in ihrer Stadt ein Kloster zu gründen.              

Unterstrichen wurde diese Bitte durch Spenden in Höhe von ca. 700 Gulden, die wohl aus verschiedenen Moseldörfern stammten.  Nach Abriss von Burghaus, Turm und der Erweiterung des Terrains durch zusätzliche Schenkungen (Gelände angrenzender Gärten) wurde ab 1625 mit dem Bau des Klosters begonnen worden.

Im Dreißigjährigen Krieg kamen Stadt und Kloster trotz Einquartierungen, Räuberbanden und Plünderungen noch glimpflich davon. Im pfälzischen Erbfolgekrieg dagegen wurde Cochem hart gezeichnet: Nach der Erstürmung der nahen Winneburg hatte am 26. August 1689 General de Bouffleur mit 15 000 Mann Cochem „dann zwo Stunden lang ihrer unmenschlichen Wüterey gegen die Einwohner getobet“. Die  Stadt brannte lichterloh. 

Im Keller des Kapuzinerklosters wurden nach Berichten des Hierotheus, dem Geschichtsschreiber der rheinischen Provinz der Kapuziner, Männer wie Frauen niedergemacht, die hier Schutz gesucht hatten.

Das Kloster selbst wurde teilweise, das Kirchendach ganz zerstört. Nach der Wiederherstellung des Klosters und des Gotteshauses nahm 1699 Weihbischof Johann Peter Verhorst eine erneute Weihe der Kirche vor.

0.3.Nachnutzung und späteres Schicksal

1802 erfolgte die Aufhebung des Kapuzinerkloster. Die klösterlichen Gebäude wurden von den Franzosen zur Versteigerung freigegeben. 1810 erwarb Pfarrer Heinrich Brühl den Klosterkomplex zur Gründung eines  Hospitals. Die Anlage diente zunächst als Elementar-Mädchenschule (Früher Gästetrakt des Klosters) und als Krankenhaus. Ab 1816 dienten die klösterlichen Gebäude schulischen Zwecken, zunächst als Gymnasium und später als Volksschule. 1978 wurden die Gebäude von der Stadt Cochem übernommen und in das Kulturzentrum Kapuzinerkloster umgewidmet.

Empfohlene Zitierweise

Brauksiepe, Bernd: Cochem - Kapuzinerkloster. Geschichtlicher Abriss. In: Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz, URL: <http:⁄⁄www.klosterlexikon-rlp.de/mosel-saar/cochem-kapuzinerkloster/geschichtlicher-abriss.html> (Letzter Aufruf: 21.09.19)