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Heilig Kreuz - Maria in campis

Heiligkreuz-Stift[Bild: J. C. A. Dillenius [gemeinfrei]]

Die Kirche Sancta Maria in campis gehört zu den ältesten Mainzer Kirchen. Erstmals wird sie im Jahre 808 urkundlich erwähnt, aber wahrscheinlich reichen ihre Anfänge sogar in frühchristliche Zeiten zurück. An ihr richtete Erzbischof Erkenbald von Mainz (1011-1021), der Nachfolger des Willigis, ein Kanonikerstift ein. Um 1320 wurde mit dem Bau einer neuen gotischen Kirche begonnen. Ein wundertätiges Kreuz, welches sich zunächst in einer kleinen Kapelle auf dem Feld befunden hatte und an dem sich 1383 ein Kreuzwunder ereignet haben soll, wurde, nachdem es als Gnadenbild in den Hochaltar der Stiftskirche verlegt worden war, zum bedeutenden Wallfahrtsziel. Diesem Umstand verdankte es die Kirche, dass sie, nachdem sie wie viele andere Mainzer Kirchen und Gebäude auch im Jahre 1552 durch die Truppen des Markgrafen Albrecht Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach planmäßig in Schutt und Asche gelegt worden war, anschließend wieder aufgebaut wurde. Die Stiftskurien hingegen wurden nicht mehr wiederhergestellt und auch der Stiftsgottesdienst wurde in die Stadt verlegt. Nach der Einnahme der Stadt Mainz durch französische Truppen unter General Custine im Oktober 1792 und der sich daran anschließende Belagerung durch die Alliierten ging die Kirche mit den angrenzenden Gebäuden am 10. Juni 1793 in Flammen auf. Ihre Ruine wurde einige Jahre später von den Franzosen gesprengt, ihre Fundamente 1806 ausgegraben und die Steine als Baumaterial verwendet. Das Stift selbst wurde wie alle anderen Mainzer Köster und Stifte im Jahre 1802 aufgehoben, sein Besitz verstaatlicht und in den folgenden Jahren versteigert.

Empfohlene Zitierweise

Schmid, Reinhard: Mainz - Heilig Kreuz - Maria in campis. In: Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz, URL: <http:⁄⁄www.klosterlexikon-rlp.de/rheinhessen/mainz-heilig-kreuz-maria-in-campis.html> (Letzter Aufruf: 13.11.18)