Klöster in Rheinhessen

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GEO:49.6332084,8.3631949

St. Martin

Martinskirche - Außenansicht
Martinskirche - Außenansicht

Wahrscheinlich handelte es sich bei dem Stift St. Martin um eine bischöfliche Gründung. Ein erster rechtlich und historisch zuverlässiger Hinweis auf das Bestehen des Stiftes findet sich in einer bischöflichen Schenkungsurkunde, ausgestellt durch Bischof Burchard von Worms (1000/1025) am 29.6.1016 zugunsten des Klosters Mariamünster; unter anderem Stiftsherren von St. Martin bezeugten diesen Rechtsakt.
Ab 1210/1213 war dem Stift bis zur Auflösung (1802) die Wormser Pfarrei St.  Lambertus inkorporiert.
Ab dem 15. und 16. Jahrhundert findet sich die - historisch allerdings unrichtige - Bezeichnung „Kaiserliches Reichsstift“.
Wirtschaftliche Grundlage für das Stift war Haus- und Grundbesitz; die Besitzkomplexe lagen in der Nähe von Worms selbst und in der Nähe von Boppard.
1689 wurden das Stift und die ihm eingegliederte Pfarrkirche St.Lambertus zerstört, als die Stadt Worms im Pfälzischen Erbfolgekrieg niedergebrannt wurde. Während die Pfarrkirche aus finanziellen und pastoralen Überlegungen (seit der Reformation waren in Worms die Katholiken nur noch eine Minderheit) nicht wieder aufgebaut wurden, wurde die Stiftskirche restauriert.
1802 wurde, nachdem das linke Rheinufer durch den Frieden von Campo Formio (1797) und endgültig durch den Frieden von Luneville (1801) an Frankreich gefallen war, das Stift durch ein Dekret Kaiser Napoléons aufgehoben.
Die heutige Kirche hatte einen Vorgängerbau, dessen Entstehung wahrscheinlich in das 10. Jahrhundert zu datieren ist. 1265 wurde nach einer Umgestaltung die Martinskirche neu geweiht. Ob die Neugestaltung mit dem Stadtbrand des Jahres 1242 in Verbindung zu bringen ist, ist unsicher.
Eine erneute Umgestaltung erfolgte durch den Wiederaufbau der Kirche nach der Zerstörung durch den Stadtbrand des Jahres 1689.

Empfohlene Zitierweise

Rommel, Martina: Worms - St. Martin. In: Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz, URL: <http:⁄⁄www.klosterlexikon-rlp.de/rheinhessen/worms-st-martin.html> (Letzter Aufruf: 21.10.17)