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Bau- und Kunstgeschichte St. Martin (Worms)

Kirche

Die heutige Kirche hatte einen Vorgängerbau, dessen Entstehung wahrscheinlich in das 10. Jahrhundert zu datieren ist - und damit in die Zeit, die in der Urkundenfälschung genannt wird. Durch die Kriegsschäden von 1945 wurde eine Mauerpartie freigelegt, die in die Zeit des 9./10. Jahrhunderts datiert werden konnte. In die gleiche Zeit datiert werden können durch Vergleiche mit Kirchenbauten auf der Insel Reichenau die ältesten Schmuckformen.
1265 wurde nach einer Umgestaltung die Martinskirche neu geweiht. Ob die Neugestaltung mit dem Stadtbrand des Jahres 1242 in Verbindung zu bringen ist, ist unsicher. Como nimmt einen Zusammenhang an, während Reuter darauf verweist, dass von dieser Katastrophe primär die südlichen Stadtteile betroffen gewesen seien.
Im Verbindungsgang zwischen der Stiftskirche und der Pfarrkirche St. Lambertus befand sich eine Maria und Johannes geweihte Kapelle. Auf der Nordseite der Stiftskirche befand sich die Jodokuskapelle. In diesem Bereich lag wahrscheinlich auch die Kapelle, von der berichtet wurde, sie liege an der Stelle des Kerkers des hl. Martinus.
Anfang des 17. Jahrhunderts ließ der Vizedekan, später Dekan, Beccaria ohne Rücksprache mit dem Kapitel bauliche Veränderungen an der Kirche vornehmen. Nicht alle von ihm geplanten Baumaßnahmen wurden jedoch zu Ende gebracht.
Am 25.3.1689 kam es zu ersten Beschädigungen an der Kirche durch die Zerstörung des Steinkreuzes am Eingang bei der Sprengung des Turms am Neuen Markt. Ab 1697 begann die Wiederherstellung der Kirche.

Spätere Nutzung der Gebäude

An der Stelle der ehemaligen Stiftsgebäude entstand 1869 eine Station der Niederbronner Schwestern; 1894 erfolgte der Anbau eines Spitals. Die Fassadenornamente griffen die Bilder der Stiftssiegel aus den Jahren 1253 und 1283 auf. Das Spital musste 1978 geschlossen werden (Nachwuchsmangel im Orden). Die Gebäude wurden zu einem Hotel umgebaut.

Empfohlene Zitierweise

Rommel, Martina: Worms - St. Martin. Bau- und Kunstgeschichte. In: Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz, URL: <http:⁄⁄www.klosterlexikon-rlp.de/rheinhessen/worms-st-martin/bau-und-kunstgeschichte.html> (Letzter Aufruf: 21.07.19)