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Besitz- und Wirtschaftsgeschichte St. Martin (Worms)

Besitz

Ein wichtiger Teil des umfangreichen Besitzes (Grundstücks- und Zehntbesitz) lag in und um Boppard v.a. in den Orten Bornhofen, Brey, Dahlheim, Herrichswiesen (Kamp, (Nieder-)Spey und Salzig. In Boppard besaß das Stift das Zollrecht. Ein weiterer Besitzkomplex lag in Orten auf dem Hunsrück.
Umfangreich war vor allem der mit der Propstei verbundene Besitz.
Dekan und Kapitel suchten 1374 bei Papst Gregor XI. (1370/1378) um die Teilung des propsteilichen Besitzes nach. Die eine Hälfte sollte dem Propst verbleiben, die andere Hälfte dem Stift zufließen. Der Papst beauftragte mit der Vornahme der Teilung den Kantor des Wormser Andreasstiftes, Wigand von Gelnhausen, der im April 1375 die Dinge in die Wege leitete. Die Verhandlungen begannen am 21.5.1375.
Die Zehntdörfer wurden nach ihrem ursprünglichen Ertrag in zwei Gruppen eingeteilt; ebenso die für den Weinbau genutzten Gebiete. Geteilt wurde auch (3.6.1375) das Propsteigebäude, wobei die Hauskapelle in gemeinsamer Nutzung von Propst und Stift verblieb.
Über die Ortschaften und zum Weinbau genutzten Gebiete wurde am 4.6.1375 durch das Los entschieden. Eine Urkunde vom 4.6.1375 besiegelte die Teilung.
Am 30.4.1478 wurde nach Como und Reuter Bubenheim dem Martinsstift durch das Prämonstratenserkloster Arnstein samt den Renten und Zinsen (in Dalsheim, Horchheim, Neuhausen, Osthofen, Ottersheim, Pfiffligheim und Russingen(?) )sowie ein Hof vor der Neuen Pforte in Worms abgetreten. Die Güter waren zum einen mit Schulden belastet, zum anderen lagen sie zu weit von Arnstein entfernt, um eine effektive Verwaltung zu ermöglichen. Der Vertrag erhielt im Laufe der Zeit mehrfach weitere Bestätigungen.
Durch Richard von Greiffenclau wurde das Propsteigut mit dem erzbischöflichen Tafelgut in Trier vereinigt, was er sich durch eine entsprechende Inkorporationsbulle Papst Leos X. bestätigen ließ (26.4.1521). Der Protest des Kapitels gegen diesen Schritt bei Kaiser Karl V., der zunächst (10.8.1521) auch seine Hilfe zusagte, blieb letztlich erfolglos. Die Nutzung der Propstei fiel nunmehr an Schloss Schöneck.
In Worms selbst besaß das Stift Häuser und Höfe, Natural- und Geldeinkünfte. Hinzu kamen als weiterer Besitzkomplex Liegenschaften in der Umgebung von Worms und in der Pfalz.

Empfohlene Zitierweise

Rommel, Martina: Worms - St. Martin. Besitz- und Wirtschaftsgeschichte. In: Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz, URL: <http:⁄⁄www.klosterlexikon-rlp.de/rheinhessen/worms-st-martin/besitz-und-wirtschaftsgeschichte.html> (Letzter Aufruf: 27.05.19)