Besitzgeschichte und Wirtschaftsordnung

0.1.Wirtschaftsordnung

Das durch die Jahrhunderte unverändert große Interesse von Pilgern und Bittstellern an einer Wallfahrt nach Eberhardsklausen schlug sich auch in den Zuwendungen durch reichlich gegebene Opfergaben nieder. Im Gegensatz zu anderen Erwerbsarten kamen Schenkungen beim Grunderwerb weniger häufig vor. Während der Zukauf von umfangreicheren Liegenschaften im 16. Jahrhundert eher stagnierte, setzten umfangreiche Güterkäufe verstärkt im dritten Jahrzehnt des 17. Jahrhundert ein. Allerdings wurde ein beträchtlicher Teil dieser Erwerbungen wieder rückgängig gemacht. Eine Ursache dafür lag in Eigentumsvorbehalten, die von den Verkäufern geltend gemacht wurden. Die eigentlichen Ursachen für die Rücknahme der Güter jedoch sind ungeklärt.

0.2.Landnutzung

Ab dem 18. Jahrhundert blieb der Grundbesitz Klausens unverändert. Den größten Teil davon nahmen Weinberge an der Mosel ein in den Orten Klüsserath, Trittenheim, Neumagen, Piesport, Niederemmel, Wintrich, Monzel, Lieser, Kues, Zeltingen, Burg, Reil, Ediger, Nehren. Damit besaß das Kloster annähernd 350 000 Weinstöcke. Es rangierte unter den Weinbergsbesitzern des Kurstaates Trier nach dem Kurfürsten (rund 1 050 000 Stöcke), den Klöstern Himmerod (556 000 Stöcke), St. Maximin, Trier (knapp 500 000 Stöcke) und dem Trierer Dom (478 000 Stöcke) an fünfter Stelle. Der weitere Grundbesitz an Acker-, Wiesen- und Wildland lag in benachbarten Dörfern Krames, Pohlbach, Rivenich, Esch, Sehlem, Dörbach und Osann. Der Umfang dieser Liegenschaften dürften nicht über 750 Morgen gelegen haben. Die wertmäßigen Einnahmen aus dem Weinanbau, die ca. zwei Drittel der Einnahmen aus landwirtschaftlichen Produkten umfassten, wurden nach Angaben Dohms 1968 nur noch von den Klöstern Himmerod und St. Maximin übertroffen. Bezogen allerdings auf den Gesamtumfang der Güter – etwa im Zeitraum des 16. bis 18. Jahrhunderts – dürfte Klausen nur in der Mittellage der monastischen Gründungen gelegen haben. Von den großen Abteien wie Himmerod, St. Maximin oder St. Matthias wurde es wohl um das Drei- bis Vierfache übertroffen.
Eine Visitation von 1786 berichtete an den Trierer Erzbischof, dass das Kloster mit fast 36 000 Reichstalern verschuldet war und jährlich ein Defizit von rund 5 000 Reichtstalern entstand. Mit ein Grund, allerdings nicht der ausschließliche, lag in der mangelhaften Verwaltung des Klosters durch den zuständigen Prälaten Johann Jakob Otto, dem verschwenderische Haushaltsführung, Kosten verschlingende Bauaktivitäten, schlechte Rechnungsführung, Bestechlichkeit und Prozesssucht vorgeworfen wurden.

0.3.Handel

Vereinzelte Handelsbeziehungen zwischen Eberhardsklausen mit den Klöstern Neuss und Aachen sind bekannt. Beide Einrichtungen bezogen Wein von der Mosel.

Empfohlene Zitierweise

Brauksiepe, Bernd: Klausen - Augustinerchorherrenstift. Besitzgeschichte und Wirtschaftsordnung. In: Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz, URL: <http:⁄⁄www.klosterlexikon-rlp.de/eifel-ahr/klausen-augustinerchorherrenstift/besitzgeschichte-und-wirtschaftsordnung.html> (Letzter Aufruf: 20.02.19)