Klöster Eifel-Ahr

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GEO:50.311353,7.407043

Doppelkonvent Kloster Lonnig (Maifeld)

St. Jakobus - Gesamtansicht[Bild: Klaus Graf]

Die heutige Pfarrkirche St. Jakobus ist ihrem Werdegang nach im doppelten Sinn ein Gotteshaus mit reicher Vergangenheit: geschichtlich und architektonisch gehört sie zu den bedeutsamsten romanischen Kirchenbauten der Eifel. Sie stellt eine der wenig bezeugten Rundkirchen ihrer Entstehungszeit dar.

In einer flachen Mulde des Maifeldes liegt das Dorf Lonnig mit der ehemaligen, der Gottesmutter geweihten Augustinerklosterkirche. Sie hat ihre Wurzeln in der Gemeinschaft weiblicher und männlicher Eremiten, die zunächst gemeinsam eine Kapelle des Ministerialen Werner nutzten. Zwischen 1119 und 1123 unterstellte er die Gemeinschaft dem Augustinerchorherrenstift Springiersbach. 1136 wurde Lonnig durch Erzbischof Albero zu einer selbständigen Abtei erhoben. Die Urkunde enthielt  keine Äusserungen hinsichtlich Abtswahl und Vogtei, eröffnete ihm aber Möglichkeiten des Eingriffs bei Mißständen. Um den Konvent zu konsolidieren, den moralischen Bedenken über das Zusammenleben von Männern und Frauen an einem Ort zu begegnen und damit auch die „unerträgliche Not“ der Nonnen zu lindern, ließ Albero 1143 den weiblichen Teil des Konvents an den „bellus locus“, das rechtsrheinische Schönstatt nahe Vallendar verlegen.

Die mittelalterliche Pfarrkirche in Lonnig ist in zwei Abschnitten entstanden: Ins zweite Viertel des 12. Jahrhunderts datiert ein heute abgegangener Rundbau mit Vorhalle. Von der spätromanischen Chorfassade haben sich die Apsis und der fünfgeschossige Nordturm erhalten, vom Südturm der Anlage ist das unterste Geschoß stehen geblieben.

Die Männergemeinschaft dagegen blieb zunächst am Ort. Nach internen Problemen (Simonie, defizitäre Ordensdisziplin) und finanziellen Sorgen (Neubau der Kirche) wurde am 1. Dezember 1326 der Konvent endgültig von Erzbischof Balduin nach Mayen verlegt. Der Augustinerchorherrenstift trug die Bezeichnung "Monasterium beatae Marie de Lonnecho infra muros de Meyene". Mit Sitz an der Pfarrkirche St. Clemens diente der Konvent der geistlich-religiösen Verstärkung Mayens.

Allgemeines

Name zunächst der Gottesmutter , nach 1570 dem hl. Jakobus geweiht.
Ordenszugehörigkeit zunächst eremitische Lebensgemeinschaft, dann religiöse Gemeinschaft von Männern und Frauen, ab 1123 unter Leitung von Springiersbach: Augustinerinnen (1123-1143), Augustiner-Chorherren (1123-1592/1601).
Topographische Lage auf der Eifelhochfläche im Städtedreieck Koblenz – Mayen – Kobern-Gondorf/Mosel.
Kirchliche Zugehörigkeit wenige Jahre vor 1120 Filialort in der Pfarrei Kobern, im Dekanat Ochtendung, ab 27. April 1751 Pfarrei.
staatliche Zugehörigkeit Verbandsgemeinde Maifeld, Kreis Mayen-Koblenz.
Klosterleitung Vorsteher (1128-1134), Abt (1136-1247), danach Prior
Gründungsjahr 1123
Vorgängerinstitution Kapelle zu Ehren der Jungfrau, 1119 errichtet.
Patrozinium zunächst hl. Maria, ca. ab 1570 dem hl. Jakobus geweiht.
Aufhebung 1802
Spätere Nutzung als Pfarrkirche St. Jacobus der Ältere.

Empfohlene Zitierweise

Brauksiepe, Bernd: Lonnig-Maifeld - Doppelkonvent Kloster Lonnig. In: Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz, URL: <http:⁄⁄www.klosterlexikon-rlp.de/eifel-ahr/lonnig-maifeld-doppelkonvent-kloster-lonnig.html> (Letzter Aufruf: 13.12.18)