Klöster Eifel-Ahr

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Geschichtlicher Abriss Kloster Lonnig

Klostergeschichte

Nach den ersten Anfängen klösterlichen Lebens in Springiersbach bildete sich auch in Lonnig auf dem Maifeld eine religiöse Gemeinschaft von Männern und Frauen. Ihnen gemeinsam war der Wunsch, als Eremiten zu leben. Dieser wachsenden Gemeinschaft von Einsiedlern und Einsiedlerinnen stellte der erzbischöfliche Ministeriale Werner eine Kapelle in Lonnig zur Verfügung. Die religiöse Leitung übernahm ein charismatischer Priester namens Ludolf. Nach dessen Tod unterstellte Werner zwischen 1123 und 1128 die Gemeinschaft dem Kloster Springiersbach (Müller 2006, Felten 1992). Zur Eingliederung entsandte 1128 Richard von Springiersbach unter Führung des Borno Kanoniker seines Verbandes nach Lonnig. Die Augustiner richteten ein Doppelkloster mit einem Männer- und Frauenkonvent ein.

1136 wurde die Lonniger Gemeinschaft von Erzbischof Albero (1131-1152) in ein von Springiersbach selbständiges Chorherrenstift umgewandelt, das sich ihren Abt selbständig wählte. Albero von Montreuil betrieb als Erzbischof von Trier eine systematische Territorialpolitik und war nach Mötsch (1994) bemüht, seinen Machtbereich um Koblenz und Mayen auszuweiten. Um nicht die Existenz geistlicher Einrichtungenen zu gefährden, trat er Springiersbacher Ambitionen dadurch entgegen, „dass er dessen Tochtergründungen zur Selbständigkeit“ verhalf. Dem entsprach ein Jahr später Papst Innozenz II. (1130-1143).    

Weitere Maßnahmen wurden notwendig, um den Konvent zu konsolidieren. Zum einen gibt es die „unerträgliche Not“ der Nonnen. Zu viele Frauen baten um Aufnahme in die weibliche Gemeinschaft, was die Lebensfähigkeit des Doppelklosters infrage stellte. Zudem wurden, wie in anderen Konventen auch, moralische Bedenken über das Zusammenleben von Männern und Frauen an einem Ort geäußert. Auf Bitten des Lonniger Abtes Folmar lässt Erzbischof Albero den Konvent 1143 an den „bellus locus“, Schönstatt, nahe Vallendar, verlegen. Dort sollte ein wirtschaftlich unabhängiges Frauenkloster entstehen, das den Lonniger Brüdern zunächst rechtlich unterstellt blieb. Im Oktober 1143 trennte Albero die Abtei Lonnig rechtlich endgültig von Springiersbach.

Auch beim Männerkonvent zeichneten sich interne Probleme ab wie etwa umstrittene Ämterkäufe (Simonie) und defizitäre Ordensdisziplin. Zudem hatte man sich wohl beim Neubau der Kirche  übernommen und kämpfte mit erheblichen wirtschaftlichen Schwierigkeiten. In der ersten Hälfte des 13. Jahrhundert ging der Bau der Lonniger Klosterkirche nur noch schleppend voran. Ab etwa 1229 sah sich die Gemeinschaft gezwungen, ein Gut an St. Thomas an der Kyll, einen Hof in Minchilve (Minkelfeld), ein Gut zu Weiler (1247), eines in Reichsbachsweiler (1256) an Kloster Himmerod und 1276 einen Zehnten in der Pellenz an den Vikar Siegfried von Rile zu Karden (1276) zu verkaufen.

Am 12. Januar 1326 befreite Erzbischof Balduin den Prior und die Kanoniker in Lonnig von der Jurisdiktion des Archidiakons. Wenige Monate später, am 1. Dezember des gleichen Jahres, siedelte er das Kollegium nach Mayen um, da dem Erzbischof eine endgültige Sanierung des Stiftes vor Ort nicht mehr realisierbar schien.

Von Maria zu St. Jakobus

Nach dem Abgang der Augustiner versah bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts jeweils ein in der Propstei verbliebener Pater die Seelsorge. Am 26.06.1543 kam es zu einem Vertrag des Priors mit dem Konvent in Mayen. In der Vereinbarung wurde das Stift in Mayen bei einer Strafe von 50 Gulden verpflichtet, drei hl. Messen am Sonntag, am Mittwoch und Freitag jeder Woche in Lonnig „persolvieren“ zu lassen. Dafür erhielt das Stift den Zehnten vom Korn, den kleinen Zehnten von Hühnern und Ferkeln. Außerdem hatte es auch „den Eber und den Stier zu unterhalten“.

Nach einem Siegel des Lonniger Kapitels war Maria die Patronin der alten Klosterkirche. Nach einer nicht mehr erhaltenen Glocke von 1570 soll einem Hinweis von Schug zufolge deren Inschrift gelautet haben: „Jacobus heissen ich, peter von trier gavs mich anno 1570“. Demnach war der hl. Jacobus mindestens seit 1570 neuer Kirchenpatron. 1699 wurde das Stift in Mayen verpflichtet, jeden Sonntag abwechselnd eine Messe und eine Predigt in Lonnig zu halten. Am 27.4.1751 trennte Erzbischof Franz Georg die Filiale Lonnig von Kobern und machte sie zur selbständigen Pfarrei mit einer halbverfallenen Kirche im Landkapitel Ochtendung. Bei der Visitation 1785 wurde wie „allzeit“ der Erzbischof  als Kollator genannt.

Nachnutzung und späteres Schicksal

Von 1802 bis 1824 gehörte die verbleibende Gemeinde unter Leitung eines Propstes als Sukkursalpfarrei des Kantons Polch zum Bistum Aachen.

Empfohlene Zitierweise

Brauksiepe, Bernd: Lonnig-Maifeld - Doppelkonvent Kloster Lonnig. Geschichtlicher Abriss. In: Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz, URL: <http:⁄⁄www.klosterlexikon-rlp.de/eifel-ahr/lonnig-maifeld-doppelkonvent-kloster-lonnig/geschichtlicher-abriss.html> (Letzter Aufruf: 22.11.19)