Standort

GEO:50.2322949,7.5919981

Hinweise

Öffnungszeiten

Täglich 9-18 Uhr

Führungen

In der Saison kann am jeden ersten Sonntag im Monat nach Anmeldung bei der Bopparder Tourist Information das frühchristliche Taufbecken besichtigt werden.

Weblinks

www.boppard.de


Stift St. Severus (Boppard)

St.Severus - Außenansicht Chor
St.Severus - Außenansich

Boppard am oberen Mittelrhein gehört seit 2002 zum Weltkulturerbe „Oberes Mittelrheintal“ der UNESCO. Die landschaftliche Schönheit des Mittelrheintales erhält hier durch das „Bopparder Hamm“ noch einen besonderen Reiz, die größte Schleife nämlich, die der Rhein in seinem Verlauf macht und die man von einem „Vierseenblick“ genannten Aussichtspunkt in besonderer Weise genießen kann. „Bopparder Hamm“ ist freilich auch der Name eines berühmten Weinberges, womit ein weiterer Vorzug dieser Landschaft angesprochen ist. Die Stadt Boppard selbst zeichnet sich durch die vielen noch erhaltenen Baudenkmäler ihrer reichen Geschichte aus. Hierzu gehört in erster Linie natürlich das Mauerwerk des Römerkastells aus der Mitte des 4. Jahrhunderts n. Chr. An der Nordmauer dieses Kastells war über den Resten des zerstörten Kastellbades in der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts eine Kirche erbaut worden, die auch ein Baptisterium besaß. Sie war die Vorgängerin der heutigen spätromanischen, spätestens 1236 vollendeten Pfarrkirche St. Severus, die mit ihrer von spitzen Helmen bekrönten Doppelturmfassade das heutige Stadtbild von Boppard bestimmt und die als ein Hauptwerk spätromanischer Kirchenbaukunst des Rheinlandes gilt. Die Kirche steht am historischen Marktplatz der Stadt. Zu einem nicht mehr bekannten Zeitpunkt wurde an ihr, mittlerweile innerhalb der Mauern der mittelalterlichen Stadt Boppard, ein Stift eingerichtet, dessen Propst Nannichius erstmals im Jahre 1000 erwähnt wird. Wahrscheinlich schon in dieser Zeit war das Bopparder Severusstift an das Wormser Stift St. Martin übergegangen. Nach einer Reform durch den Trierer Erzbischof Johann von Isenburg (1547 – 1556) im Jahre 1553 nahm die Zahl der Kanoniker rapide ab, 1602 starb der letzte von ihnen. Das Stift in der ursprünglichen Form war damit quasi erloschen, wurde aber kirchenrechtlich nicht aufgehoben.

Empfohlene Zitierweise

Schmid, Reinhard: Boppard - Stift St. Severus. In: Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz, URL: <http:⁄⁄www.klosterlexikon-rlp.de/mittelrhein-lahn-taunus/boppard-stift-st-severus.html> (Letzter Aufruf: 23.08.17)