Archivalien und Literatur Stift St. Severus (Boppard)

0.1.Archivalien

Siehe hierzu Pauly S. 1ff. Hier S. 19f. eine Übersicht über die noch vorhandenen Bestände.

0.2.Theologische und liturgische Handschriften

Erhalten hat sich nur der zweite Band (Ostern bis Ende des Kirchenjahrs) eines Antiphonars aus dem 15. Jahrhundert mit einem vorgebundenen Kalendarium, welches zahlreiche Notizen zur Liturgie des Stifts im 17. Jahrhundert enthält.

0.3.Nekrologe

Erhalten haben sich zwei Nekrologe. Der erste wurde um die Wende des 13./ 14. Jahrhunderts verfasst und mit einzelnen späteren Nachträgen versehen. Er enthält auch die älteste Übersicht über die den Kanonikern zur Verfügung stehenden Einkünfte sowie zahlreiche Hinweise zum Kreis der Förderer des Stifts, die bis zum Ende des 12. Jahrhunderts zurückverfolgt werden können. Der zweite Nekrolog wurde im 15. Jahrhundert begonnen und bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts fortgesetzt. Zusätzlich finden sich zahlreiche Eintragungen über Gottesdienst und Chorgebet bis zur ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts.

0.4.Akten und Urkunden zur Verfassung

Erhalten haben sich:

  • die Errichtung eines fünften Kanonikats durch den Propst unter Mitwirkung des Kapitels von 1179
  • die Errichtung eines fünften Kanonikats  durch die Kanoniker unter Mitwirkung des Kapitels von 1191
  • die Inkorporation der Stiftskustodie Boppard in das Kapitel von St. Martin in Worms durch den Propst im Jahre 1241
  • Anordnungen des Trierer Erzbischofs Balduin vom 24. Januar 1338 nach voraufgegangener Visitation. Die Anordnungen betreffen das Chorgebet, den Gottesdienst, die Aufzeichnung der Einkünfte der einzelnen Präbenden und die jährliche Bestellung eines Präsenzmeisters aus der Reihe der Kanoniker, dem einer der Vikare beizuordnen ist
  • Vergleich zwischen dem Propst von St. Martin in Worms und dem Bopparder Kapitel von 1386, betreffend die Stellung des Propstes im Bopparder Stift, die Besetzung der Kanonikate durch den Propst und der Vikarien durch den Propst bzw. die Kanoniker, sowie de Verpflichtung der Kanoniker zur Seelsorge in Boppard und ihre Befugnisse über ihre Präbenden
  • Anordnungen des Koblenzer Offizialats von 1422 nach vorangegangener Visitation; hauptsächlich Anweisungen allgemeiner Art für den Chordienst
  • Vereinbarung zwischen dem Propst von St. Martin-Worms und den Kanonikern und Vikaren von Boppard von 1437 über die gewissenhafte Führung der Präsenzliste und deren Abrechnung am Ende jeder Woche
  • Anweisungen über die Feier der Festzeiten des Kirchenjahres und den liturgischen Rang einzelner Feste
  • Notizen über die Festa chori und die Altarweihen in der Stiftskirche sowie in anderen Bopparder Kirchen und Kapellen
  • Aufzeichnungen über die Liturgie in der Bopparder Kirche am Ende des 18. Jahrhunderts, zusammengestellt durch den Pfarrer Christian Sturm.

0.5.Gedruckte Quellen

Siehe hierzu Pauly, S. 1-4.

0.6.Literatur

  • Boppard. Geschichte einer Stadt am Mittelrhein. Hrsg. von Heinz E. Mißling. Bd. 1: Von der Frühzeit bis zum Ende der kurfürstlichen Herrschaft. Boppard 1997.
  • Susanne Kern (Bearb.), Die Inschriften der katholischen Pfarrkirche St. Severus in Boppard. Mainz 2008 (= Inschriften Mittelrhein - Hunsrück, Heft 4).
  • Die Kirchen im Mittelrheintal, S. 120-125.
  • Klosterführer Rheinland. Hrsg. vom Rheinischen Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz. Jahrbuch 2003. Köln 2003.
  • Ferdinand Pauly, Boppard, St. Severus. Beiträge zur Geschichte einer Pfarrei. Boppard 1987.
  • Ders., Die Stifte St. Severus in Boppard, St. Goar in St. Goar, Liebfrauen in Oberwesel, St. Martin in Oberwesel. Berlin – New York 1980, S. 1–146. Hier S. 4–7 ein ausführliches Literaturverzeichnis.

Empfohlene Zitierweise

Schmid, Reinhard: Boppard - Stift St. Severus. Archivalien und Literatur. In: Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz, URL: <http:⁄⁄www.klosterlexikon-rlp.de/mittelrhein-lahn-taunus/boppard-stift-st-severus/archivalien-und-literatur.html> (Letzter Aufruf: 23.09.19)