Klöster Mosel-Saar

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Religiöses und spirituelles Wirken Klause und Franziskanerkloster Enkirch

Karitative Leistungen

Die Reformation entzog der Enkircher Wallfahrt den religiösen Nährboden. Für hilfsbedürftige Menschen wurden die Gebäude der Kirche dagegen zu einer wichtigen Einrichtung: Möglicherweise ging sie zurück auf eine Stiftung eines Heiliggeisthospitals 1338 „auswendig des Dorfes“. Geleitet wurde die Einrichtung „seit mindestens 1555“ durch einen Propst. Nach einem Inventar von 1608/09 verfügten die Gebäude über folgende Räumlichkeiten: eine Küche mit Stube, eine große Bettkammer, den Flur zur „Schnecke“ (Wendeltreppe), eine mittlere Gastkammer, drei Kammern, eine Propstkammer bei der zweiten Küche mit entsprechender Vorratskammer sowie einen Stall. Vor allem eine Stiftung von Apollonia Hillen wurde in diesem Zusammenhang wiederholt genannt.

Täglich wurden hier an drei Tischen Essen ausgegeben: an einem gab es Mahlzeiten für Personen über 50 , am zweiten für die über 60 Jahre und am dritten für den Propst und dessen Familie. Zwischen 1635 und 1638 zerstörten lothringische Truppen Kapelle und Propsteihaus. Auch das Altersheim wurde geplündert. 1657 schloss es seine Pforten und der Propsteihof verfiel.

Teile des Gebäudes wurden bei der Errichtung der sog. Neumühle wieder verwendet.

Bruderschaften, Wallfahrten

Die St. Nikolausbruderschaft in Enkirch beteiligte sich mit besonderer Unterstützung des Heinrich Kratz von Scharffenstein unter den Brudermeistern Snider Emich und Hans Getzen beim Bau der spätmittelalterlichen Kirche. In Enkirch bestand wohl auch eine St. Sebastiansbruderschaft.

Empfohlene Zitierweise

Bernd Brauksiepe: Enkirch - Klause und Franziskanerkloster. Religiöses und spirituelles Wirken. In: Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz, URL: <http:⁄⁄www.klosterlexikon-rlp.de/mosel-saar/enkirch-klause-und-franziskanerkloster/religioeses-und-spirituelles-wirken.html> (Letzter Aufruf: 20.05.19)