Geschichtlicher Abriss Kloster St. Alban (Trier / Konz)

St. Alban/Kloster Karthaus

An der Stelle einer benediktinischen Albanskapelle wenige hundert Meter vor der Trierer Stadtmauer gründete der Trierer Erzbischof Balduin von Luxemburg im Jahre 1330 die Kartause, auf die er das Patrozinium der Albanskapelle übertrug. Nach Fertigstellung der Gebäude konnten die Kartäuser 1335 ihr neues Kloster beziehen, welches 1337 in den Kartäuserorden inkorporiert wurde. Balduin verband mit dieser Klostergründung eine Memorienstiftung für sich, die Trierer Erzbischöfe sowie für seine Vorfahren, die Grafen von Luxemburg. Sein Wunsch, hier auch seine letzte Ruhestätte zu finden, wurde 1354 angeblich vom Trierer Domkapitel verhindert. Nach einer Zeit des Aufbaus folgte eine erste Blütezeit in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts, die mit einem reichen literarischen Schaffen namentlich im Bereich mystischer Frömmigkeit sowie einer ausgeprägten Marienspiritualität verbunden war. Der hohe geistige Stand der Kartause spiegelt sich in zahlreichen Schenkungen, die das Kloster im 15. Jahrhundert von Angehörigen aller gesellschaftlicher Schichten erhielt, wobei die Wohltäter hauptsächlich aus der näheren Umgebung stammten.
Durch ihre ungeschützte Lage unmittelbar vor der Trierer Stadtmauer war die Kartause bei kriegerischen Auseinandersetzungen natürlich stets im höchsten Grade gefährdet. Erstmals im Jahre 1384, also kaum mehr als ein halbes Jahrhundert nach ihrer Gründung, wurde das Kloster bei einer Belagerung der Stadt geplündert. 1432 und 1433 wiederholte sich dieses Schicksal, verbunden diesmal sogar mit Zerstörungen. Ein noch schwererer Schlag traf die Kartause im Jahre 1522. Aus Furcht, dass ihre Gebäude den Truppen des Franz von Sickingen als Stützpunkt bei ihrer Belagerung der Stadt dienen könnten, ließ der Trierer Stadtrat das Kloster vollkommen niederbrennen. Wieder aufgebaut, wurde es schon 1674 von französischen Truppen erneut völlig zerstört. Aus all diesen negativen Erfahrungen zog man nun die Konsequenzen und errichtete den Neubau der Kartause nicht mehr in dem bei kriegerischen Anlässen hochgradig gefährdeten unmittelbaren Vorland von Trier, sondern ab 1680 einige Kilometer von der Stadt entfernt in Merzlich, dem heutigen Konz-Karthaus. Wie richtig diese Entscheidung war, kann man daran erkennen, dass die neue Kirche, deren Grundstock 1703 gelegt wurde, heute noch besteht. Sie überlebte damit das Kartäuserkloster, welches 1794 nach der Plünderung durch französische Truppen von seinen Mönchen verlassen und 1802 aufgehoben wurde.

Spätere Nutzungen (Eckdaten)

Nach der Aufhebung des Klosters im Jahre 1802 ging die Anlage 1804 bei einer Versteigerung in den Besitz eines Trierer Gastwirtes über, in der Folgezeit wurden die Klosterzellen abgerissen. 1855 erwarben Franziskanerinnen den Südflügel des  Klosters und nutzen ihn für verschiedene Einrichtungen, u.a. Waisenhaus und Haushaltsschule. 1963 gingen die Gebäude in den Besitz der Stadt Konz über. Nach einer umfangreichen Renovierung zwischen 1978 und 1987 ist "Kloster Karthaus" heute der Mittelpunkt der kulturellen Aktivitäten der Stadt. Im Erdgeschoß befindet sich eine Galerie, in der viermal jährlich Kunstaustellungen stattfinden. Im 1. Obergeschoß befindet sich ein Festsaal zur Aufführung klassischer Konzerte. 

Die Kirche ist heute Pfarrkirche der katholischen Pfarrgemeinde Konz-Karthaus.

Empfohlene Zitierweise

Schmid, Reinhard: Konz - Kloster St. Alban. Geschichtlicher Abriss. In: Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz, URL: <http:⁄⁄www.klosterlexikon-rlp.de/mosel-saar/konz-kloster-st-alban/geschichtlicher-abriss.html> (Letzter Aufruf: 17.09.19)